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Evangelische Kirchengemeinde Köngen
Corona Aktuell
 
 
Die Corona−Krise hat unser Leben ziemlich umgekrempelt.
Um die Ansteckungsgefahr so gering wie möglich zu halten, werden uns einige Einschnitte in unsere persönliche Freiheit zugemutet.
Ein wohl notwendiges Übel, um der Pandemie wenigstens ansatzweise Herr zu werden.
Auch wir als Kirche sind in unseren Möglichkeiten, unseren Gemeindegliedern und anderen Hilfesuchenden beizustehen, stark beschnitten.
Wir wollen trotzdem unser Bestes tun, mit Ihnen diese Zeit durchzustehen und zumindest virtuell bei Ihnen zu sein.
Daher versuchen wir es hier mit einer Zusammenstellung eigener und anderer Quellen, in der Hoffnung, dass auch für Sie etwas Erbauliches und/oder Tröstliches dabei ist.
Gemeinde Köngen
18.05.2020
20200507_Chor
Herzliche Einladung zu den Gottesdiensten
20200601_Himmelsanker Pfingstmontag, 01. Juni 2020
Gottes Geist bringt uns in Bewegung. Deswegen gibt es den „HIMMELS:ANKER to go“!
Wir haben Bausteine zusammengetragen, mit denen Sie alleine, zu zweit oder in der Familie einen „Unterwegs−Gottesdienst“ feiern können. Machen Sie sich auf den Weg durch das Neckartal zu Fuß oder mit dem Fahrrad.
Himmelsanker_to_go_22_05_2020 Das Faltblatt mit allen Informationen und Texten können Sie sich hier herunterladen. Sie erhalten ihn auch an der Peter− und Paulskirche, an der Kirche Zum Guten Hirten in Köngen sowie in den anderen teilnehmenden Kirchen.
Sonntag, 07. Juni, 10.00 Uhr mit Pfarrer Ronald Scholz
Die Kollekte ist für den Treffpunkt Spitalgarten.
Sonntag, 14. Juni, 10.00 Uhr mit Vikarin Rebekka Elwert
Sonntag, 21. Juni, 10.00 Uhr mit Vikarin Rebekka Elwert
Sonntag, 28. Juni, 10.00 Uhr mit Pfarrer Alexander Stölzle
Neuregelung Gottesdienstzeiten!
Ab Sonntag, den 07.06., feiern wir wieder Sonntagsgottesdienst, um 10.00 Uhr, in unserer Peter− und Paulskirche. Die alten Gottesdienstzeiten gelten nicht mehr. Mit der Öffnung der Empore haben wir zusätzlich 23 Sitzplätze gewonnen, so dass wir insgesamt 66 Plätze im Kirchenschiff ausweisen können.
Der einzige Eingang befindet sich barrierefrei an der Nordseite der Kirche (Platanen).
Die Einweisung erfolgt weiterhin durch die Ordnerinnen und Ordner.
Anmeldungen vor dem Gottesdienst sind nicht notwendig. Wer sicher einen Sitzplatz haben möchte, für sich und einen Angehörigen (Paarsitzplatz), darf sich jedoch gerne anmelden.
Aktualisierte Hygieneregeln
Das Tragen von Mund−Nase−Bedeckungen (MNB) wird weiterhin dringend empfohlen ist aber während der Gottesdienste nicht mehr verpflichtend. Bitte trage Sie Ihre MNB aber beim Kommen bis zum Platzeinnehmen in der Kirche. Spätestens zum Verlassen der Kirche nach dem Gottesdienst ist die MNB wieder aufzusetzen.
Vielen Dank!
Zum Datenschutz
In den Gottesdiensten werden wir Namen und Adresse der BesucherInnen abfragen, falls eine Infektionskette zurückverfolgt werden muss. Ihre Angaben werden vier Wochen in einem Sicherheitsschrank im Pfarramt verwahrt und dann vernichtet.
Vielen Dank für Ihr Verständnis.

02.06.2020
Ich bin dann mal weg…
20200528_UUR_pilgernd − sagt ihre/eure Pfarrerin Ursula Ullmann−Rau und freut sich auf Tage des Unterwegsseins und des Gebetes auf dem Jakobsweg. Vikarin Rebekka Elwert hat ihre Prüfungen absolviert und ist nun in der Phase der "integrativen Gemeindearbeit" angekommen. Das sind die letzten Monate, die sie als Vikarin in Köngen ist, bevor sie nach ihrer Ordination am 26. Juli 2020 und dem Abschiedsgottesdienst am 2. August 2020, ab 1. September eine neue Aufgabe ¨bernimmt. Während dieser Zeit soll sie alle Aufgaben im Pfarramt selbstständig übernehmen. Das bietet mir die Gelegenheit, dass ich als Ausbildungspfarrerin vier Wochen für eine besondere Auszeit und Fortbildung habe. Und da „bin ich dann mal weg“. Einige aus der Gemeinde sind schon mal einen Tag mit mir gepilgert. In Betzingen haben wir regelmäßig 3−4−tägige Pilgertouren für eine Gemeindegruppe angeboten. Und nun schnüren mein Mann und ich die Stiefel, um mehrere Wochen zu pilgern. Geplant war dies mit meinem Pfingsturlaub zu kombinieren und am 8. Juni in Konstanz zu starten und bis spätestens 12. Juli 2020 in Genf zu sein. Das ist angesichts der aktuellen Pandemiesituation so nicht möglich. Daher starten wir am 8. Juni zu einer Woche Pilgern in Oberbayern und sehen danach weiter. Mir tut es gut, mich auf das Nötigste zu beschränken und mich ganz dem Weg, der Natur, der Besinnung zu überlassen. Mit den Füßen und mit dem ganzen Körper zu beten, erdet, befreit von den Aufgaben, der vergangenen Wochen und macht offen und frei, um sich von Gottes Geist neu füllen zu lassen.
Die Gemeinde weiß ich bei Rebekka Elwert in guten Händen und Ev−Marie Lenk steht ihr für alles, was die Geschäftsführung betrifft zur Seite. Alexander Stölze vertritt das Ehepaar Scholz während des Mutterschutzes und der Elternzeit. Mögen alle hier vor Ort, mein Mann und ich unterwegs, gut geleitet und behütet sein. Ab 13. Juli 2020 bin ich dann wieder da.
Ihre/eure Pfarrerin Ursula Ullmann−Rau
Eindrückliche Gottesdienste am Pfingstmontag
Über 80 Gottesdienstteilnehmende feierte an Pfingstmontag in der Peter− und Paulskirche zwei Gottesdienste und gedachten dabei des 1. Köngener Pfingsttreffens vor 80 Jahre im Jahre 1940. Ursula Stöffler schrieb uns einen Text, weil sie coronabedingt nicht dabei sein konnte und erinnerte an die Zeit und wie diese Pfingsttreffen entstanden, geplant und durchgeführt wurden. Prälatin Gabriele Arnold ermutigte in ihrer Predigt mit dem Geist von Pfingsten, der damals Menschen stark gemacht hat, sich auch heute den aktuellen Herausforderungen mutig zu stellen.
Beide Texte können Sie nun hier nachlesen.
Herzlichen Dank allen, die diese Gottesdienste mit vorbereitet und mitgestaltet haben.
Ursula Ullmann−Rau
Mädchentreffen am Pfingstmontag in Köngen 1940−1944,
Text von Ursula Stöffler
Meine Eltern, Pfarrer Eugen und Johanna Stöffler, waren beide stark in der Jugendarbeit tätig. Neben der Arbeit mit den Jugendkreisen in der Gemeinde war mein Vater Bezirksjugendpfarrer und meine Mutter im Vorstand des evangelischen Mädchenwerks Württemberg
Da in der Zeit des Nationalsozialismus jegliche Jugendarbeit verboten war (wie z.B. Jugendtreffen oder Freizeiten), überlegten meine Eltern: wie können sich die jungen Leute trotzdem treffen und erleben, dass sie in ihrem Glauben nicht allein sind? Dabei kam ihnen die Idee des Pfingstmontagtreffens.
In Köngen ist ja seit alters her an Pfingstmontag ein Jahrmarkt, mit großem Rummel. Es kommen dabei immer viele Leute von auswärts, auch im Krieg. Da, so dachten meine Eltern, fällt es nicht auf, wenn einige Mädchen kommen, zwar nicht zum Rummel, sondern in die Kirche. Denn Treffen in der Kirche und in privaten Raum war erlaubt.
So lud meine Mutter in privaten Schreiben die Mädchenkreise der Umgebung ein, am Pfingstmontag in die Kirche zu kommen. Das Programm war folgendes:
  • 10:00 Uhr Gottesdienst, den mein Vater hielt,
  • anschließend Bibelarbeit mir Jugendpfarrer Dr. Manfred Müller (Ami)
  • Mittagspause im Pfarrgarten, bei der Jugendmusikwart Hermann Stern mit den Mädchen sang. Dazwischen bekamen sie in Schichten im Pfarrhaus zwei Teller Suppe.
  • Nachmittags zeigte mein Vater in der Kirche Lichtbilder z.B. über das Evangelium in Spanien oder die Jesu Gleichnisse von Rembrandt.
  • Zum Schluss erzählte meine Mutter ein Lebensbild einer christlichen Frau.
Und viele, viele kamen! 1940, vor 80 Jahren, waren es etwa 150, aber 1944 kamen 1500 junge Frauen, sodass die Kirche übervoll wurde und die Suppe in 8 Schichten eingenommen werden musste.
Dass das alles so durchgeführt werden konnte, war eine logistische Meisterleistung meiner Mutter. Die Familie und der ganze Mädchenkreis haben selbstverständlich mitgeholfen. Jede bekam ihre spezielle Aufgabe zugeteilt. Denn nicht nur im Pfarrhaus waren Hilfen nötig zum Kochen, Tische richten und decken, Suppe ausgeben und Spülen.
Auch für das Dorf waren Mädchen nötig. So standen an allen Straßen und Wege, die ins Dorf führten, ein „Empfangskommando“, Jede Ankommende bekam ein Blatt mit Anweisungen für den Tag:
  • Wo befindet sich die Scheune für mein Fahrrad.
  • Welche Toilette kann ich benutzen.
  • Wo ist der Luftschutzkeller bei Fliegeralarm.
  • In welcher Schicht bekomme ich die Suppe.
So kamen die Mädchen und jungen Frauen einzeln und in Scharen, hörten zu und feierten den Tag. Sie gingen, wie sie sagten, fröhlich und gestärkt im Glauben wieder nach Hause: „Wir sind nicht allein“!
Wenn ich heute an diese Tage zurückdenke, erscheint es mir wie ein Wunder, dass diese Tage so geschehen konnten und dass die vielen jungen Frauen es wagten hier her zu kommen und den Tag mit zu feiern: Dass kein Unfall geschah, kein Fahrrad gestohlen wurde, kein geliehener Teller kaputt ging, dass der Fliegeralarm ausbrach, als in der Kirche gesungen wurde, sodass wir nur die Entwarnung hörten, dass die Gestapo keinen Verstoß gegen das Gesetz fand.
Aber vor allem war es ein Wunder, dass in dieser schwierigen Zeit Gottes Wort frei verkündet werden konnte.
Ursula Stöffler, 11. Mai 2020
Predigt zu Pfingsten 2020
von Prälatin Gabriele Arnold
Unvorstellbar, dass der Köngener Pfingstmarkt ausfällt. So habe ich es auf der Homepage ihrer Kommune gelesen. Undenkbar… denn sogar in den beiden Weltkriegen gab es den Köngener Pfingstmarkt. Und nun ist es tatsächlich so. Corona verändert unseren Alltag und unsere Freizeit. Corona ist allgegenwärtig. Es fordert unsere ganze Aufmerksamkeit und fordert von uns auf liebgewordenes zu verzichten. Und Corona macht uns Angst, den einen mehr den anderen weniger. Heute an Pfingstmontag in Köngen spüren wir wie Corona in unseren liebgewordenen Gewohnheiten eingreift. Aber auch wenn vieles nicht geht, geht manches anders. Sie als Kirchengemeinde haben sich entschieden das Erinnern an eine besondere Pfingstmontags Tradition trotzdem zu feiern. Nun eben nicht am Nachmittag im Gemeindehaus, sondern hier in der Kirche am Morgen mit zwei Gottesdiensten. Wir erinnern uns an eine Zeit, in der die Menschen auch Angst hatten. Aber das war eine andere Angst. Es war nicht die Angst vor einem Virus, es war Angst vor Denunziantentum, Angst vor Terror und Tod. Es war die Angst vor den Nazischergen, die Tod und Verderben über alle brachten, die sie für lebensunwert erachteten aber auch über alle, die es wagten, sich dem Terror Regime zu widersetzen. Das war berechtigte Angst vor Willkür und Diktatur. Angst vor den grausamen Verbrechen an Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma, Sozialisten und Schwulen und an Christen. Aber es gab nicht nur Angst. Es gab auch Mut und Kreativität und gab es immer Menschen, die nach der Wahrheit suchten und nicht auf die Lügen der Nazis hörten. Und die Christen, die sich dem Unrecht widersetzten fanden Mut und Klarheit auch in der Bibel und bekamen von dort Richtschnur und Weisung. Diese Menschen waren Pfingstmenschen, denn gegen den Ungeist der Nazis und den Geist des Todes setzten sie auf den heiligen Geist auf den Geist Gottes, der ermutigt, der uns in die Wahrheit führt und der das Leben ermöglicht. Das ist die Botschaft von Pfingsten. Gott kommt in seinem Geist und dieser Geist ermutigt und tröstet und macht stark. Damals an jenem ersten Pfingsten in Jerusalem wurden aus verängstigten Menschen, die sich versteckten und vor der Staatsmacht zitterten, aufrechte und fröhliche Männer und Frauen. Die Türen und Fenster werden aufgerissen und der Wind der Freiheit wehte durch Jerusalems Gassen. Und der Geist, der zur Wahrheit führt, der ermutigt und stärkt und bewegt ist geblieben. Durch die ganzen 2000 Jahre der Kirchengeschichte ist der Geist immer wieder gekommen und hat Menschen befeuert und ermutigt und zusammengeschlossen.
Immer gab es mutige und geisterfüllte Menschen, die in der Kraft des Heiligen Geistes gehandelt haben und wenn nötig Widerstand geleistet haben. Mit Worten und mit Taten. Hier und heute daran zu erinnern heißt, an die mutige Pfarrfamilie Stöffler zu erinnern. Von 1927 bis 1947 waren die Stöfflers in Köngen. Sie haben hier im Pfarrhaus Jüdinnen und Juden versteckt und nach wenigen Tagen weitergeschickt in andere Pfarrhäuser, wo sie wieder einige Tage beherbergt wurden und durch die sogenannte württembergische Pfarrhauskette außer Landes geschmuggelt werden konnten oder in Verstecken den Naziterror überlebten. Hier in Köngen saßen mit den mutigen Stöfflers eine der Hauptverantwortlichen der Pfarrhauskette. Und das war kein Spiel und kein Spaß. Es war lebensgefährlich für alle Beteiligten. Aber offenbar war da der Heilige Geist am Werk. Der Geist, der zur Wahrheit führte und Stöfflers und vielen andere schon früh die Barbarei, Menschenverachtung und Gottlosigkeit der Nazis erkennen ließen. Und es war der Geist der Freiheit, der sie und andere innerlich frei und mutig machte zu handeln. Denn es gab ja nicht nur die Pfarrhauskette. Wir haben vorhin gehört, wie unglaublich schlau sich die Stöfflers den Pfingstmarkt zu Nutze machten. In dem ergreifenden Bericht von Ursula Stöffler wird deutlich, dass nicht nur die Pfarrleute Stöffler mutige, vom Geist Gottes bewegte Menschen waren, sondern viele viele andere auch, denn ohne die Unterstützung so vieler hier aus dem Ort und sicher auch aus den umliegenden Orten wäre das nicht möglich gewesen. Erinnern heißt also heute auch, DANKE sagen. Danke sagen den vielen Menschen und Danke sagen dem Geist Gottes, der hier am Werk war.
Der Heilige Geist ist die große Kraft der Ermutigung. Gottes Geist machte die Menschen damals mutig und er macht uns mutig uns. Der Geist hilft uns standzuhalten und aufzutauchen aus Angst und Resignation: „Da kann man nichts machen“, ist ein geistloser Satz und somit ein zutiefst gottloser Satz. Wir können etwas tun. Wir können glauben und hoffen und beten. Wir können Corona nicht aus der Welt schaffen aber wir können besonnen sein und Rücksicht nehmen. Wir können handeln. Und sei es mit kleinen Schritten. Es ist eben nicht egal, was ich einkaufe und wo. Es ist gerade jetzt nicht egal ob ich alles im Internet bestelle oder hier vor Ort den Einzelhandel unterstütze. Ich entscheide. Und es nicht egal, ob ich auch jetzt meinen Geldbeutel für die Armen öffne oder nicht und es ist auch nicht egal, was ich denke, und wie ich rede. Gerade jetzt ist es nicht egal. Jedenfalls ist der Heilige Geist dazu da, uns aufzurütteln und wach zu halten und den Mut nicht zu verlieren und die Wahrheit nicht zu verfälschen. Wenn ich an die Verschwörungstheorien denke oder an die Stimmen, die die Maßnahmen der Regierung mit der Diktatur der Nazis vergleichen, dann ist da ein Ungeist am Werk, dem wir energisch entgegentreten müssen. Wer heute Freiheiten einschränkt, tut das, um Leben zu schützen und nicht wie damals, um Leben zu vernichten. Keiner von uns war auf so etwas vorbereitet und sicher sind Fehler gemacht worden und sicher hat die Politik Familien und Alte Menschen über Gebühr belastet. Das darf man sagen und muss man sagen in einer Demokratie. Aber Vorwürfe und einseitige Schuldzuweisungen helfen niemandem. Und so ist auch nicht wahr, was ausgerechnet die ehemalige Pfarrerin und ehemalige Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht behauptet, dass die Kirche sich in den Corona Zeiten mutlos weggeduckt und 1000nde allein gelassen hat. Ja, wir haben auf Corona reagiert und vieles abgesagt. Aber unsere Pfarrerinnen und Pfarrer haben weiterhin Besuche gemacht, wo immer dies nötig war. Sie haben telefoniert und geschrieben, saßen vor Pfarrhaus und haben Gespräche geführt, Konfirmandinnen und Konfirmanden haben für alte Menschen eingekauft und vieles andere mehr. Wir hatten und haben die Kirchen geöffnet und überall im Land gab es online Gottesdienste, Gottesdienst to go, Kinderkirche to go und andere kreative Ideen. Sicher hätten wir manches besser machen können und bestimmt haben auch wir Fehler gemacht, aus denen wir lernen können. Auch wir in der Kirche sind nicht irrtumslos. Aber wir haben uns nicht weggeduckt, sondern da war viel Kreativität und viel neue Energie. Da war und ist viel Heiliger Geist. Auch hier in Köngen bei Ihnen. Noch ist kein Ende der Corona Pandemie in Sicht. Wir brauchen noch lange Mut und Kreativität und Wahrheit und zugleich Besonnenheit und Fürsorge und Mitmenschlichkeit. Dabei wird uns der Heilige Geist unterstützen. Wir sind nicht geistlos und gottverlassen. Gottes Geist kommt und schenkt jedem von uns, was er oder sie braucht und was allen zu Gute kommt.
Und es sind verschiedene Kräfte; aber es ist ein Gott, der da wirkt alles in allen. Durch einen jeden offenbart sich der Geist zum Nutzen aller. Dem einen wird durch den Geist ein Wort der Weisheit gegeben; dem andern ein Wort der Erkenntnis durch denselben Geist; einem andern Glaube, in demselben Geist; einem andern die Gabe, gesund zu machen, in dem einen Geist; einem andern die Kraft, Wunder zu tun; einem andern prophetische Rede; einem andern die Gabe, die Geister zu unterscheiden. Dies alles aber wirkt derselbe eine Geist, der einem jeden das Seine zuteilt, wie er will. (1. Korinther 12, 4−11)
Prälatin Gabriele Arnold
Der Haushaltsplan 2020…
…wurde beraten, beschlossen und vom Kirchenbezirksausschuss Esslingen genehmigt. Er kann vom 16.6.−26.6.2020 im Büro der Kirchenpflege eingesehen werden. Die Bürozeiten sind montags von 13−17 Uhr, dienstags, donnerstags und freitags von 8−12 Uhr. Bitte melden Sie sich vorher an (Tel: 07024−8682656) und bringen Sie einen Mund−Nasenschutz mit.
Das Volumen des Ordentlichen und des Vermögenshaushalts beträgt 2.174.170 €, darin enthalten sind 1.202.030 € von der bürgerlichen Gemeinde für den Betrieb unserer Kindergärten.
Unsere Kirchengemeinde erhält aus Kirchensteuermitteln 479.230 €, muss jedoch davon wieder 147.220 &euro: an den Kirchenbezirk abgeben, um die gemeinsamen Bezirksaufgaben zu finanzieren. Durch das kirchliche Haushaltsplangesetz sind nahezu alle Ausgaben festgelegt. Nur über Opfer für eigene Zwecke in den Gottesdiensten, Spenden und den Köngener Beitrag können wir frei verfügen.
Der Kirchengemeinderat dankt unseren Gemeindegliedern, dass sie über Kirchensteuer, sowie Opfer und Spenden die Mitfinanzierung unserer Gemeindeaufgaben ermöglichen.
Anmeldung zum Konfirmandenunterricht 2020/2021
Wir laden alle Jugendliche, die jetzt in der 8. Klasse sind und den evangelischen Religionsunterricht besuchen zum Konfirmandenunterricht ein. Ein Elternabend zum Konfi−Kurs 2020/21 ist in diesem Jahr aktuell leider noch nicht möglich.
Nach den Sommerferien ist die Konfirmation der jetzigen Konfirmandinnen und Konfirmanden im Oktober geplant. Danach möchten wir mit dem Konfi−Unterricht beginnen.
Die Anmeldung für den Konfirmandenunterricht möchten wir jetzt machen, wenn auch in ungewohnter, nur schriftlicher Weise. Wer keinen Brief erhalten hat und 2021 Konfirmation feiern möchte, melde sich bitte im Gemeindebüro bei Frau Wagner zu ihren Bürozeiten unter Tel. 81333.
Vielen Dank!
Öffnung der Gemeindehäuser
Immer wieder werden wir angefragt, wann denn wieder Aktivitäten in den Gemeindehäusern stattfinden können. Das ist verständlich, weil Gemeindeleben auch neben den Gottesdiensten wichtig ist. Die Gemeindehäuser sind wie die Zehntscheuer und die Eintrachthalle aktuell noch geschlossen. Die Landesregierung öffnet nun aber nach und nach Bereiche unter Auflagen. Deshalb haben wir im Kirchengemeinderat beschlossen, nun das Jugendwerk, die Liebenzeller Gemeinschaft mit EC−Jugendarbeit und die fba anzuschreiben. Wir bitten um gesammelte Rückmeldung der Verbände bis 16. Juni 2020, welche Gruppen das Gemeindehaus wieder nutzen möchten. Die Gruppen der Kirchengemeinde werden ebenso angeschrieben. Es ist für alle Gruppen die aktuell gültigen Coronaverordnung des Landes evtl. mit Ergänzungen der Kommune zu beachten. Im Bereich der Kindergärten und Schulen führt diese z.B. auch zu veränderten Zeiten, da sich Menschen so wenig wie möglich nach wie vor begegnen sollen.

18.05.2020
Am Pfingstmontag, 1. Juni 2020 gedenken wir an "80 Jahre Köngener Pfingsttreffen" mit Gottesdiensten in der Peter− und Paulskirche
20200601_Pfingsttreffen Für Pfingstmontag planten wir eine besondere Festveranstaltung, um daran zu erinnern, dass 1940 also vor 80 Jahren viele Mädchen erstmals nach Köngen zu einem Mädchentag kamen. Diese sogenannten Köngener Pfingsttreffen wurden während des 2. Weltkrieges von 1940−1944 immer am Pfingstmontag im "Schutz" des großen Pfingstmarktes vom Pfarrersehepaar Stöffler zusammen mit Jugendpfarrer Dr. Manfred Müller und Jugendmusikwart Hermann Stern veranstaltet. Christliche Jugendarbeit war in diesen Jahren verboten. Aber Gottesdienste konnten abgehalten werden und so wurden die Mädchenkreise der Umgebung nach Köngen zum Gottesdienst eingeladen. Aus weitem Umkreis radelten die Mädchen an oder kamen zu Fuß. Viele Köngener Mädchen und Familien halfen, dass diese Treffen möglich gemacht und durchgeführt werden konnten. Die Zahl der Teilnehmerinnen steigerte sich von 150 Mädchen im Jahre 1940 bis zu 1500 Mädchen 1944. Die Kirche und der Pfarrgarten waren übervoll bei diesen Köngener Pfingsttreffen. Das ist dieses Jahr nicht möglich und auch nicht geboten, wo es gilt Abstand zu halten. Wir können coronabedingt nur jeweils 40 Menschen zu den beiden Gottesdiensten einladen am Pfingstmontag um 9.00 Uhr und um 10.30 Uhr in die Peter− und Paulskirche einladen. Schön wäre es, wenn unsere Plätze auch alle gefüllt sind. Prälatin Gabriele Arnold wird die Predigt halten und wir werden ein schriftlicher Gru6szlig; von Ursula Stöffler verlesen. Sie bleibt verständlicherweise Zuhause. Bitte die Hygieneregeln beachten. Wer einen Platz sicher haben möchte, melde sich bitte an. Dies ist aber nicht verpflichtend. (siehe oben).
Hanna Traub, die heute in Winnenden lebt, erinnert sich: "Am Pfingstmontag in der Früh sind meine Schwester (Jahrgang 1924) und ich (1925) in Waiblingen im Remstal mit dem Fahrrad losgefahren, über den Schurwald ins Neckartal, um pünktlich um 9.30 Uhr in Köngen zu sein. Bei der Ankunft war die Kirche schon dicht besetzt mit lauter Mädchen. Wir fanden einen Platz auf der hintersten schmalen Emporenbank.
Die Predigt hielt eindrucksvoll Pfarrer Stöffler. Die Gestapo hat aufgepasst, was er sagt. Jugendpfarrer Dr. Manfred Müller hielt anschließend eine Bibelarbeit.
In der Mittagspause, die im Pfarrgarten stattfand, erhielten alle Mädchen in großen Gruppen im Pfarrhaus an gedeckten Tischen eine warme Suppe. Das war eine beachtliche Leistung der Köngener.
Mittags stieg Frau Stöffler auf die Kanzel und hat fröhlich gesprochen und erzählt. Es war ein schöner Tag, der mit dem gemeinsamen Abendmahl endete.
Zwei bis dreimal durften wir einen frohen Pfingstmontag in Köngen miterleben im Kreis mit so viel jungen Mädchen, die wie wir in den evangelischen Jugendkreis gingen. Das war beeindrucken, machte dankbar und bleibt unvergessen."

Das Vaterunser
„Beten, das ist ein Reden des Herzens mit Gott, in Bitte und Fürbitte, in Dank und Anbetung.“ So formuliert es Martin Luther in seinem Katechismus. Manche von Ihnen erinnern sich da vielleicht an ihren Konfirmandenunterricht früher. Unsere Konfis heute müssen nicht mehr so viel auswendig lernen, aber manches doch: Glaubensbekenntnis, 10 Gebote, Doppelgebot der Liebe, Psalm 23, Vaterunser.
Dass die Konfis das Glaubensbekenntnis und die 10 Gebote auswendig lernen, ja klar, das ist wichtig, damit sie wissen, was wir eigentlich glauben und welche wichtigen Lebensregeln es gibt. Aber Psalm 23, das Vaterunser, wieso eigentlich das? Beten muss man doch nicht lernen, oder? Nun, in gewisser Weise schon. Denn beim Beten geht es um mehr als um Worte, Beten ist eine Haltung, eine Lebenshaltung. Und die kann tatsächlich eingeübt werden.
„Oh mein Gott“, „Herrje“, „Grundgütiger“, „um Himmels willen“, „Jesses“… wenn man all diese Ausrufe und Stoßgebete zusammenrechnet, wird im Prinzip ja ganz schön viel gebetet jeden Tag, doch sind solche Aussprüche selten Gebete, die Gott wirklich anreden, geschweige denn auf eine Antwort warten. Doch Beten ist keine Einbahnstraße. Im Gebet vertraue ich mich und wie ich die Welt erlebe Gott an und gebe ihm gleichzeitig den Raum, mich durch ihn verändern zu lassen. Doch wenn mein Gebet einzig und allein aus Bitten besteht, bitte lieber Gott, tu dies, tu das, dann mache ich Gott zu einer Wunscherfüllungszaubermaschine, die mich enttäuschen wird.
Ich kann beten wie immer mir gerade zu Mute ist, in jeder Lebenslage und zu allen möglichen Themen. Der kurze Dank vor dem Essen, das Gebet am Abend oder am Morgen, der Besuch einer Kirche, um innezuhalten. Es gibt viele Gelegenheiten, das Gespräch mit Gott in den Alltag einzubauen. Beten ist manchmal auch nicht so leicht. Wenn die Worte fehlen, dann schweige ich. Oder ich leihe mir vertraute Worte, die ich eben mal gelernt habe.
Jesus hat, das wissen wir aus den Evangelien, oft und intensiv gebetet. Daraus hat er Kraft und Mut gezogen. Seinen Jüngern gab er das Vaterunser mit auf den Weg:
Matthäusevangelium Kap. 6:
9 Darum sollt ihr so beten: Unser Vater im Himmel! Dein Name werde geheiligt.
10 Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.
11 Unser tägliches Brot gib uns heute.
12 Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
13 Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.
Das Vaterunser und die Jesu Erklärungen dazu machen deutlich: Die Betende tritt mit Gott in eine Beziehung, die sich selbst und Gott ernstnimmt. Der Betende lässt sich auf Gott und seinen Willen ein. Und die Betenden lassen sich durch die Zwiesprache mit Gott verändern. Diese Haltung fordert Jesus uns auf, einzuüben.
Das Vaterunser ist das zentrale Gebet der Christenheit. Jesus hat es seine Jesus gelehrt, seine Jünger und die frühen Christen haben es weitergebetet und es geht bis heute ununterbrochen um die Welt in hunderten Sprachen dieser Welt.
Gesprochene Worte sind nicht die einzige Sprache, mit der man beten kann: tanzen, singen, zeichnen, Gebärden. Haben Sie das Vaterunser schon mal in leichter Gebärdensprache gebetet? Im Internet findet sich dazu ein Video der Nieder−Ramstädter Diakonie. Viel Spaß beim Ausprobieren!
Herzlich, Ihre Vikarin Rebekka Elwert

Anmeldung zum Konfirmandenunterricht 2020/2021
In diesen Tagen versenden wir persönliche Briefe an die Jugendlichen, der Jahrgänge 2005 und 2006. Wir laden damit alle, die jetzt in der 8. Klasse sind und den evangelischen Religionsunterricht besuchen zum Konfirmandenunterricht ein. Ein Elternabend zum Konfi−Kurs 2020/21 ist in diesem Jahr aktuell leider noch nicht möglich. Nach den Sommerferien ist die Konfirmation der jetzigen Konfirmandinnen und Konfirmanden im Oktober geplant. Danach möchten wir mit dem Konfi−Unterricht beginnen. Die Anmeldung für den Konfirmandenunterricht möchten wir jetzt machen, wenn auch in ungewohnter nur schriftlicher Weise. Wer keinen Brief erhalten hat und 2021 Konfirmation feiern möchte, melde sich bitte im Gemeindebüro bei Frau Wagner zu ihren Bürozeiten unter Tel. 81333.
Vielen Dank!

Dank an alle Bläserinnen und Bläser des Posaunenchores
Das allgemeine Leben kommt nach und nach wieder in Gang. Viel mehr Menschen gehen wieder arbeiten. Noch stecken wir sicherlich mitten in der Corona−Pandemie und müssen weiter sehr vorsichtig miteinander umgehen. Aber die Zeit, wo alles so ganz heruntergefahren war, hat sich doch verändert. In diesen ersten Wochen und bis vor kurzem haben viele Bläserinnen und Bläser des Posaunenchores im Garten, vom Balkon oder am offenen Fenster um 19.00 Uhr "der Mond ist aufgegangen" und andere Choräle gespielt. Vor einigen Tage habe ich dies dann abends plötzlich vermisst und dachte, es liegt am Regenwetter. Aber es ist verständlich, dass dies nun nicht mehr überall täglich sondern meist nur am Sonntagabend noch gemacht wird. Herzlichen Dank für diesen schönen Dienst über so viele Abende und an Ostern. Schön, wenn es sonntags noch weiter möglich ist, so lange Menschen deutlich mehr zuhause sind und so mithineingenommen werden in unsere christliche Gemeinschaft.

11.05.2020
Gottesdienstrückblick
Am Sonntag Kantate, den 10.05., konnten wir endlich wieder Gottesdienste feiern. Über 40 Gemeindeglieder haben den Weg in die Peter− und Paulskirche gefunden. Durch Gebet, Orgelmusik und die geteilte Gemeinschaft haben wir trotz der Einschränkungen, die in den Gottesdiensten noch gelten (Mund−Nasen−Bedeckungen und leider noch kein Singen), Freude, Stärkung und Dankbarkeit erfahren dürfen.
Ein Neuanfang in der Kirche
Lange war unsere Kirche leer. Singen, beten und auf Gottes Wort hören, mussten wir auf andere Weise. Letzten Sonntag, am 10. Mai 2020 konnten wir uns wieder zum Gottesdienst in der Peter− und Paulskirche versammeln mit großem Abstand. Das war schön, aber auch sehr befremdlich. Wir müssen uns daran gewöhnen, denn es wird sicher noch für einige Zeit nur auf Abstand möglich sein, Gottesdienste zu feiern.
Unser erster Gottesdienst war am Sonntag Kantate. Der Wochenspruch für diese Woche lautet zum Thema des Sonntags passen: "Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder."
Doch singen durften wir hier nicht. Das fehlte sehr. Wir konnten nur gedämpft und leise hinter dem Mundschutz Gott mit gesprochenen Worten des Beters von Psalm 27 loben und uns vergewissern:
"Der Herr ist mein Licht und mein Heil; vor wem sollte ich mich fürchten?
Der Herr ist meines Lebens Kraft; vor wem sollte mir grauen?
Eines bitte ich vom Herrn, das hätte ich gerne: dass ich im Hause des Herrn bleiben könne mein Leben lang, zu schauen die schönen Gottesdienste des Herrn und seinen Tempel zu betrachten.…
Sei getrost und unverzagt und harre des Herrn!
"
Es war ein Neuanfang. Der ganze Raum des Gotteshauses war gefüllt. Es war der erste Gottesdienst.
10. Mai 1945 Bischof Theophil Wurm feierte den ersten Gottesdienst nach Kriegsende. Die Gemeinde versammelt sich im Opernhaus in Stuttgart. Alle Stuttgarter Gotteshäuser sind zerstört oder stark beschädigt.
In Köngen war damals die Kirche kaum beschädigt. Einige Glasscheiben waren zu Bruch gegangen beim Angriff am Samstag, 21. April 1945 von Plochingen her. Ursula Stöffler erzählte mir kürzlich am Telefon, dass ihr Vater und die Schwester Ruth morgens vor dem Gottesdienst durch Köngen gingen, um zu sehen, ob es noch an weiteren Stellen wie am Pfarrhaus Beschädigungen gab. Gott sei Dank war Köngen sonst fast verschont.
Und nun jetzt wieder ein Neuanfang am 10. Mai 2020. Es war der erste Gottesdienst nach der Coronaschließung. Wenige Menschen dürfen kommen. Wenige Plätze sind besetzt. Ist der Raum gefüllt?
Und noch ein Neuanfang. Der Predigttext erzählte von einem ersten Gottesdienst. Er wird im Tempel in Jerusalem gefeiert. Der Tempel ist voller Menschen. In 2. Chronik 5 lesen wir: "Nachdem König Salomo den Tempel und seine Ausstattung vollendet hatte, brachte er die Gaben, die sein Vater David dem HERRN geweiht hatte, herbei. Das Silber und das Gold und alle Geräte kamen in die Schatzkammern des Tempels. Nun ließ König Salomo die Ältesten Israels nach Jerusalem kommen, die Vertreter aller Stämme und Sippen. Sie sollten die Bundeslade des HERRN von der Davids−Stadt auf dem Zionsberg in den Tempel hinaufbringen. Alle Männer Israels kamen deshalb am Laubhüttenfest im siebten Monat zu König Salomo. Als die Ältesten versammelt waren, hoben die Leviten die Bundeslade auf ihre Schultern und trugen sie zum Tempel hinauf. Mit Hilfe der Priester aus der Nachkommenschaft Levis brachten sie auch das Heilige Zelt und alle seine Geräte dorthin. König Salomo und die ganze Festgemeinde opferten vor der Lade eine große Menge Schafe und Rinder, mehr als man zählen konnte. Dann brachten die Priester die Lade des HERRN an den vorgesehenen Platz im hintersten Raum des Tempels, dem Allerheiligsten. Sie stellten sie unter die Flügel der Keruben.… Auch die Tempelsänger waren vollzählig zugegen: die Leviten Asaf, Heman und Jedutun mit allen ihren Söhnen und Verwandten. Sie trugen Gewänder aus feinem weißen Leinen und standen mit ihren Becken, Harfen und Lauten an der Ostseite des Altars. Ihnen zur Seite standen hundertzwanzig Priester mit Trompeten. Diese setzten gleichzeitig mit den Sängern, den Becken und anderen Instrumenten ein. Es klang wie aus einem Mund, als sie alle miteinander den HERRN priesen mit den Worten: ‘Der HERR ist gut zu uns, seine Liebe hört niemals auf!‘ In diesem Augenblick erfüllte eine Wolke den Tempel, das Haus des HERRN."
So hätten wir das am letzten Sonntag auch gerne gehabt: ein volles Gotteshaus, viele Instrumente, viele Menschen, die singen und musizieren. Kantate − Gott loben aus voller Kehle − das wäre schön.
Auch Gott loben mit Trompeten und Posaunen. Aber es geht nicht; noch nicht − und wir wissen nicht, wie lange wir verzichten müssen. Das Singen fehlt mir. Die Menschen in der Nähe, die Gemeinschaft fehlt.
Aber trotzdem ist das ganze Haus Gottes gefüllt. Die Königin der Instrumente erfüllt den Raum mit Klang. Und Gott füllt den Raum − so erzählt es unser heutiger Predigttext. Der Text ist neu in die Perikopenordnung gekommen. Priester mit ihren Trompeten und die Leviten, die Tempelsänger dazu ein ganzes Orchester aus Zimbeln, Harfen und Zithern − zur Tempeleinweihung wird groß aufgefahren. Sie musizieren einträchtig. Das Lob Gottes erklang wie aus einem Mund: "Der HERR ist gut zu uns, seine Liebe hört niemals auf!" Und dann wird erzählt: "In diesem Augenblick erfüllte eine Wolke den Tempel, das Haus des HERRN. Die Priester konnten ihren Dienst wegen der Wolke nicht fortsetzen, denn die Herrlichkeit des HERRN erfüllte das ganze Heiligtum."
Die hebräische Bibel beschreibt Gottes Wirklichkeit vielfach mit dem Begriff: kavod. Dieser heißt: Schwere, Gewicht − in der Lutherübersetzung und der guten Nachricht steht hier: Herrlichkeit.
Wenn Gott einzieht, geht es um etwas. Gottes Kommen ist bedeutungsvoll und von Gewicht. Da zeigt sich der Grund, auf dem alles Leben ruht. Wenn Gott erscheint, finden wir uns in einem weiten Raum vor, dessen Höhe und Tiefe, Breite und Länge uns über uns selbst hinausführt.
Manchmal, wenn ich in eine Kirche eintreten, spüre ich dieses Gewicht Gottes. Menschen haben mit ihrem Gesang dort Gott gelobt, sie haben mit ihren Gebeten Gott ihren Dank, ihre Klagen und Bitten vorgebracht. Der Raum ist förmlich „gesättigt“ mit Gottes Gegenwart.
Wo wohnt Gott? Wann zieht Gott ein?
Da, wo es klingt, wo Pauken, Trompeten, ein ganzes Orchester, wo Stimmen singen: "Jauchzet, frohlocket, auf, preiset die Tage, Rühmet, was heute der Höchste getan! Lasset das Zagen, verbannet die Klage, Stimmet voll Jauchzen und Fröhlichkeit an!" Mit diesem Eingangschor zum Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach beginnt für mich die Advents− und Weihnachtszeit, die Vorfreude über Gottes Kommen in die Welt. − Zieht dabei Gott ein?
Für mich ist Gott abends da, wenn ich zum Klang der Posaunen "Der Mond ist aufgegangen" singe.
Oder: Ein kleiner Ort in Nordschweden. Alle kennen sich. Da zieht jemand zu ihnen, ein Dirigent, der krank geworden ist. Unwillig übernimmt er den Kirchenchor. Er probt auf so besondere Weise mit den Leuten, dass sie merken, in der Musik, im Singen liegt eine Kraft zur Veränderung. Lange schwelende Konflikte brechen auf, Menschen gewinnen die Kraft, aus ihrem bisherigen Leben auszubrechen. Am Ende stimmen sie ein in einen Ton. Den Ton, der von dem Chorsänger angegeben wir, der von einer Behinderung betroffen ist. Es ist „wie im Himmel“. Der Film wurde hier einmal beim Kirchenkino in Köngen gezeigt!
Deshalb bitte ich: Komm, heilige Geistkraft, zieh in unsere Kirche ein und bei den Menschen zuhause!
Dass uns deine Kraft und Freude umfange und ergreife. Dass die Angst weicht und die Furcht vor den Schrecken und Unsicherheiten dieser Tage.
So wie vor vielen Jahrhunderten in Jerusalem: Der neue Tempel in Jerusalem ist fertig; &bdquoalle Arbeit ist vollbracht“. Die Lade mit den zwei Tafeln, auf denen die Gebote Gottes stehen, sind in das Allerheiligste gebracht worden. Nun versammelt sich die ganze Gemeinde. Der König, die Ältesten, die Priester und Leviten werden extra erwähnt, weil sie als besonders wichtig gelten. Aber gekommen sind sicher alle: Männer und Frauen, Kinder und Alte, die Kräftigen und die Mutlosen, die Frommen und die Zweifelnden. Sie wollen dabei sein, wenn Gott in den neuen Tempel einzieht. Sie warten und hoffen: „Komm, heilige Geistkraft, zieh ein und erfülle dieses Haus, uns und unsere Welt mit deinem Segen.
Der HERR ist gut zu uns, seine Liebe hört niemals auf!“ Wenn Gott einzieht, wird die Welt neu gestimmt. Die Melodie des Lobens baut auf zwei Grundtönen auf: Güte und Liebe.
Gott ist gütig und voll Erbarmen und prägt mit diesen Eigenschaften unser Miteinander. Auch wenn dies gerade anders ist und Distanz die neue Nähe und Liebe den Kranken und Älteren gegenüber. Wer Gott Gewicht gibt, trägt Güte und Liebe in die Welt. Und ist bereit auf eigene Wünsche noch eine lange Weile weiter zu verzichten für das Wohl anderer. Wer Gott Gewicht gibt, gibt auch sich selbst und den Anderen Würde und Gewicht. Wenn Gott einzieht, finden wir in aller Unterschiedlichkeit einen gemeinsamen Ton, eine Stimme. Diese Erfahrung feiern wir an Kantate. Dies brauchen wir jetzt in der Zeit der Corona−Pandemie. Ich finde es sehr schade, dass es so viel Gegenwind und Protest gibt gegen die Auflagen der Landeskirche. Sie hat in der Nachfolge Jesu die Schwachen im Blick.
Gott zieht in uns und unsere Welt, in unsere Kirche und bei denen Zuhause ein: kräftig, auch wenn es nur wenige Worten sind, kein eigener Gesang, nur die schönen Klänge der Orgel. Aber all das führt über uns selbst hinaus. Mit unserem Gottesdienst am Sonntag und im Alltag der Welt geben wir Gott Gewicht und erleben, wie uns das stärkt und verbindet. Unser Lob gibt Gott Gewicht, doch dieses Gewicht drückt uns nicht nieder, sondern hüllt uns ein wie eine Wolke. Die Gotteskraft ist da und umfängt uns, sie bestimmt unsere Wirklichkeit. Gott zeigt sich und entzieht sich. Gott hüllt uns ein in Segen − und bleibt doch durchsichtig und frei, Gott lässt sich nicht vereinnahmen und für unsere Interessen und Vorstellungen und schon gar nicht gegen Andere instrumentalisieren.
Gottes Geistkraft zieht ein; sie erfüllt den Raum − und das Leben wird leicht. Bitten wir immer neu um Gottes Geistkraft: Komm, heilige Geistkraft, zieh in unsere Kirche ein und bei den Menschen zuhause! Dass uns deine Kraft und Freude umfange und ergreife. Dass die Angst weicht und die Furcht vor den Schrecken und Unsicherheiten dieser Tage.
Ich wünsche allen, dass wir erleben dürfen: „Der HERR ist gut zu uns, seine Liebe hört niemals auf!
Pfarrerin Ursula Ullmann−Rau

11.05.2020
Zwei Blumenwiesen vor dem GWH entstehen
20200511_Blumenwiese Vor unserem Gustav−Werner−Gemeindehaus sind zwei Flächen abgesperrt. Manch einer und eine wundert sich vielleicht darüber. Bitte die Flächen nicht betreten und die Einzäunungen nicht zerstören, denn wir wollen hier eine Heimat für Insekten schaffen. Dort wurde der Boden hergerichtet und Blumensamen ausgesät. Die Kinder vom Hausacker−Kindergarten haben schon große Blumen gebastelt. Nun freuen wir uns über den Regen oder gießen fleißig und hoffen, dass in einigen Wochen viele Blumen blühen und Bienen und andere Insekten hier Nahrung finden.
Danke an alle, die sich dafür eingesetzt haben und sich um unsere zwei kleinen Wiesen kümmern.

04.05.2020
Der wahre Weinstock (Johannes 15, 1−8)
1 Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater der Weingärtner. 2 Eine jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, nimmt er weg; und eine jede, die Frucht bringt, reinigt er, dass sie mehr Frucht bringe. 3 Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe. 4 Bleibt in mir und ich in euch. Wie die Rebe keine Frucht bringen kann aus sich selbst, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht an mir bleibt. 5 Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun. 6 Wer nicht in mir bleibt, der wird weggeworfen wie eine Rebe und verdorrt, und man sammelt die Reben und wirft sie ins Feuer, und sie verbrennen. 7 Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren. 8 Darin wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt und werdet meine Jünger.
Liebe Gemeinde,
bald werden wir wieder gemeinsam Gottesdienst feiern können. Zwar unter Einschränkungen, aber immerhin. Und wissen Sie was: Ich freue mich darauf! Gottesdienst heißt für mich ganz konkret: In Gemeinschaft das Leben teilen. Das hat mir gefehlt.
Der oben abgedruckte Predigttext für den Sonntag Jubilate handelt auch von Gemeinschaft. Es ist ein großer Text der Bibel. Das Bild vom Weinstock und den Reben hat das Christentum über Jahrhunderte begleitet. Auch wer nicht in einer Region lebt, in der Wein angebaut wird, kennt das Bild von dieser Pflanze und ihren Früchten.
20200504_Impuls_Rebe
Bild: B. Gade © GemeindebriefDruckerei.de
Jetzt erfährt dieses Bild aus der Landwirtschaft von Jesus noch eine Deutung. Er sagt: "Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater der Weingärtner." (Joh 15,1). Damit zeigt er, welche enge Beziehung zwischen ihm, seinem Vater und den Jüngern besteht. Eine positive Aussage! So weit, so gut. Aber es geht noch weiter, und dann klingt es anders: "Eine jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, nimmt er weg; und eine jede, die Frucht bringt, reinigt er, dass sie mehr Frucht bringe." (Joh 15,2)
Ein zweigeteiltes Bild
Da kommt eine Zweiteilung ins Bild, die ich landwirtschaftlich noch verstehen kann: Jeder Winzer muss seine Weinstöcke pflegen, indem er die schlechten Trauben herausschneidet und die guten weiterwachsen lässt. Nur so kann es zu einer guten Weinernte kommen − das ist in Ordnung. Aber dann wird diese Zweiteilung auch auf die Jünger und damit auch auf alle Christen übertragen: "Wer nicht in mir bleibt, der wird weggeworfen wie eine Rebe und verdorrt, und man sammelt die Reben und wirft sie ins Feuer, und sie verbrennen." (Joh 15,6)
Das klingt wie eine Drohung, wie die Androhung eines Gerichtes: „Wehe, ihr verlasst mich! Dann wird es euch übel ergehen“ − so klingt es in meinen Ohren. Ich finde das schwierig. Aus zwei Gründen. Zum einen: Kann man eine Gemeinschaft mithilfe einer Drohung zusammenhalten? Das machen doch eigentlich nur Sekten, die ihren Mitgliedern Schlimmes androhen, wenn sie die Gemeinschaft verlassen. Und in diese Nähe möchte ich uns als christliche Gemeinde nicht stellen. Und das andere ist: Woher weiß ich denn, dass ich alles dafür getan habe, dass ich wie eine gute Rebe bei Jesus, dem Weinstock, bleiben kann? Wer befindet darüber, ob ich gut genug bin und genug Frucht bringe? Ich fühle plötzlich die Augen Gottes auf mich gerichtet − und es sind keine wohlwollenden, sondern prüfende Augen. Das finde ich schwierig.
Ich will Johannes zugutehalten, dass er das Wirken von Jesus und auch Jesus selbst immer in einer doppelten Weise verstanden hat. Eigentlich war die ganze Welt für ihn geteilt in Licht und Finsternis, in Geist und Fleisch, in rein und unrein. Wer bei Jesus ist, ist rein. Und wer das nicht ist, der gehört auf die andere Seite und ist unrein. Entweder − oder. Da ist bei Johannes kein Mittelding möglich.
Meine Lebenswirklichkeit
trifft das nicht, muss ich eingestehen. Und ich bin ganz dankbar, dass es auch noch die Evangelisten Matthäus, Markus und Lukas gibt, die Jesus manchmal auch anders beschreiben. Nicht als einen, der die Welt in Gute und Böse einteilt, sondern als einen, der mit den aus der Gemeinschaft ausgestoßenen Menschen eine neue Gemeinschaft eingeht. Er hat sich den Aussätzigen und den Sündern zugewendet − alles Menschen, die damals ganz klar auf die Seite "unrein" gehörten. Durch seine Zuwendung wurden sie wieder in die Gemeinschaft der Gläubigen zurückgeholt. Aussätzige, Lahme, Blinde, Sünder und Zöllner. Sie erinnern sich daran? Das waren Menschen, die überhaupt erst mal wieder in die Verbindung mit Jesus, dem Weinstock, gebracht werden mussten. Deswegen konzentriere ich mich auf die positiven, die stärkenden Aussagen des Bibeltextes. Und ich bringe sie in Verbindung mit einer Frage, die jeden Menschen umtreibt: Wohin gehöre ich? Und woher bekomme ich meine Kraftquellen?
Die biblische Antwort dazu steckt in dem zentralen Satz des Textes: "Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht." (Joh 15,5)
Das stärkt mich: Das Bewusstsein, dass ich nicht alleine bin, sondern in einer Gemeinschaft mit vielen verbunden. Und dass die Verbindung zu Gott stark ist. Auch dann, wenn wir es vielleicht manchmal nicht merken.
Was bedeutet das nun für uns? Was ist die Antwort auf die Frage: Wo ist meine Kraftquelle? Was gibt uns jeden Tag den Mut, wieder aufzustehen und das Tagewerk zu vollbringen? Was stärkt uns auch an dunklen Tagen?
Meine Kraftquelle
ist die Gemeinschaft, die mich aufbaut und stärkt. Das bedeutet nicht, dass ich jederzeit andere Menschen um mich haben muss. Im Gegenteil, ich muss auch für mich allein sein können. Aber es ist gut, wenn ich weiß, dass Menschen an mich denken. Nicht nur an mich denken, sondern auch für mich beten. Und mir das dann auch sagen. Das geht für mich über eine normale Gemeinschaft von Menschen hinaus: Es sind Menschen, die wissen, was der Glaube an Jesus Christus bedeutet. Ich kann mich mit ihnen darüber austauschen.
Wenn ich mit diesen Menschen zusammen bin und wir dann noch im Gebet Jesus in unsere Mitte einladen, dann kommt es oft vor, dass ich deutlich spüre: Wir gehören zusammen wie die Weintrauben an einem Rebstock. Und das, was uns verbindet und was uns gemeinsam Kraft gibt, ist Jesus Christus. Seine Gegenwart verbindet uns. Das ist stark. Dann bleiben der Glaube und die Glaubenden nicht alleine. Dann sehe ich, was mein Nächster braucht, und ich spreche ihn an.
In solchen Momenten, wenn wir miteinander das Leben mit seinen Freuden und seinen Lasten teilen, denke ich manchmal: „Ich bin froh, dass es Euch, dass es uns alle, gibt.“ Und dann bin froh und mich erfüllt eine tiefe Dankbarkeit für das Singen (auf das wir leider bis auf weiteres in den Gottesdiensten verzichten müssen), das Beten und die Gemeinschaft in Christus. Das hat mir in den letzten Wochen zunehmend gefehlt.
"Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht."
Ich wünsche mir, dass diese Gemeinschaft auch bei uns spürbar ist und bleibt und dass wir trotz Abstandsgebot zusammenbleiben und gemeinsam in der Gemeinschaft wachsen. Martin Luther hat es einmal so formuliert:
"Das Leben ist nicht ein Frommsein, sondern ein Frommwerden, nicht ein Gesundsein, sondern ein Gesundwerden, nicht ein Sein, sondern ein Werden, nicht eine Ruhe, sondern eine übung. Wir sind‘s noch nicht, wir werden‘s aber. Es ist noch nicht getan oder geschehen, es ist aber im Gang und im Schwang. Es ist nicht das Ende, es ist aber der Weg. Es glüht und glänzt noch nicht alles, es reinigt sich aber alles."
Amen.
Herzlichen Gruß und bis bald
Pfarrer Ronald Scholz

04.05.2020
Vorstellung von Vertretungspfarrer Stölzle
20200504_PfarrerStoelzle
Liebe Gemeinde in Köngen,
mein Name ist Alexander Stölzle und ich bin seit September 2019 Pfarrer zur Dienstaushilfe (PDA) im Dekanat Esslingen. Neben der Vertretung vakanter Stellen im Kirchenbezirk erteile ich auch Religionsunterricht und begleite diverse Projekte auf Bezirksebene. Das letzte halbe Jahr habe ich die Pfarrstelle Sulzgries Süd schwerpunktmäßig vertreten. Hierzu zählten vor allem Konfirmandenunterricht, Gottesdienste und Kasualien. Zudem ist ein Teil meines Dienstes auch im Bereich der Stadtkirchengemeinde Esslingen.
Ab Mai vertrete ich meine Kollegin Pfarrerin Birgit Scholz während ihres Mutterschutzes hier in Köngen. Wenn Pfarrer Ronald Scholz im Juni für 2 Monate in Elternzeit geht, werde ich auch ihn bis August vertreten.
Ich freue mich sehr, meinen Dienst hier bei Ihnen in Köngen zu tun und Gottesdienste in Ihrer wunderschönen Kirche zu halten. In dem Rahmen, in dem die Bestimmungen zu COVID19 es zulassen, werde ich auch Taufen, Trauungen und Bestattungen vornehmen. Bei Sterbefällen dürfen Sie sich jederzeit an mich wenden und mich ebenso bei anderen seelsorgerlichen Anliegen gerne kontaktieren:
Tel.: 0163−71 63 579
eMail: alexander.stoelzle(at)elkw.de
Ich freue mich Sie kennenzulernen und auf die Begegnung mit Ihnen.
Herzliche Grüße
Pfarrer Alexander Stölzle

04.05.2020
Pfarrer Klaus Thierfelder verstorben
Von 1970−1979 war Klaus Thierfelder in Köngen und bildete mit Helmut Elsässer ein Team im Pfarramt. Damals ein absolutes Novum in der Landeskirche: Beide waren gleichberechtigt. Es gab also keinen ersten bzw. zweiten Pfarrer. Klaus Thierfelder lernte hier unsere Gemeindehelferin Elfriede Hahn kennen und die beiden heirateten. Klaus Thierfelder war es wichtig, sein Christentum, seine Verkündigung lebensbezogen zu gestalten. Er lebte dies auch konsequent. Unsere Lebensprobleme mit der Bibel zu verbinden, war für ihn von großer Bedeutung: "Was sagt uns der Text für unser tägliches Leben?" im Bereich Wirtschaft, Ökologie, Gleichberechtigung, Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung.
Er hat uns die Augen geöffnet für einen verantwortlichen Umgang mit der Schöpfung und gründete den Arbeitskreis Neuer Lebensstil. Das Motto damals lautete "Tun, was guttut und Freude macht. Damit wir gelassen einschränken können, was zerstört." bei Klima, Ernährung, Wohnen, Freizeit, Energie usw. Zum Neuen Lebensstil gehört auch der Versuch, gelten zu lassen, dass die Erde nicht nur Heimat für die Menschen ist, sondern für alle Lebewesen. Er gab Impulse zum verantwortlichen Leben, die bis in die Gründung des Weltladens weiterwirkten. Klaus Thierfelder war immer mit dem Fahrrad unterwegs.
Sehr wichtig für Klaus Thierfelder waren die Offene Jugendarbeit und die Kinderkircharbeit. Über Köngen hinaus setzte er sich in der weltweiten Ökumene und im Kampf gegen Unterdrückung und Rassismus ein.
Klaus Thierfelder schenkte den Menschen Wertschätzung, er konnte gut zuhören und Mut machen und pflegte durch seine ruhige, sehr freundliche, nachdenkliche und tief überlegende Art immer einen liebevollen, achtungsvollen Umgang mit den Gemeindegliedern. Sein Leitwort dabei von Dietrich Bonhoeffer: "Man überschätzt wohl leicht das eigene Wirken und Tun in seiner Wichtigkeit gegenüber dem, was man nur durch andere Menschen geworden ist."
Dankbar erinnern wir uns an Klaus Thierfelder und wünschen seiner Frau Elfriede und der ganzen Familie Trost und Halt in dieser traurigen Zeit.

04.05.2020
20200509_CoronaKinderbrunch Kinderbrunch am 9.Mai
Wir hätten uns so gefreut, euch Schüler der 1.−5. Klassen mal wieder zu treffen.
Da das Gemeindehaus aber wegen der Verbreitungsgefahr des Corona−Virus noch geschlossen ist, haben wir uns etwas anderes überlegt:

Ihr bekommt Post von uns!! Wer bisher nichts im Briefkasten gefunden hat, darf sich über Email unter kinderbrunch(at)t−online.de mit Name und Adresse melden. Dann werfen wir das Kuvert "für dich persönlich" bei dir ein.

Wir wünschen euch allen Gottes Segen für diese besondere Zeit und hoffen, dass ihr gesund bleibt.
Liebe Grüße Euer Kinderbrunch−Team

03.05.2020
20200508_WeBiWo Kinderbibelwoche im Netz
04.05 − 08.05.2020
15:30 − 17:00 Uhr
Hier gehts los:
https://www.youtube.com/channel/UC3jVGnfPd5zqJJ7dajeviIA/videos

28.04.2020
Und bis wir uns wiedersehen…
Liebe Gemeinde,
mein Mutterschutz hat begonnen und in wenigen Wochen bekommen wir unser zweites Kind. Da ich nach der Geburt für ca. ein Jahr in Elternzeit gehen werde, möchte ich mich heute vorerst von Ihnen verabschieden − und zwar mit einem Liedvers, der auf einen Irischen Segen zurückgeht:
Mögen sich die Wege vor deinen Füßen ebnen,
mögest du den Wind im Rücken haben.
Und bis wir uns wiedersehn, und bis wir uns wiedersehn,
möge Gott seine schützende Hand über dir halten.
Und bis wir uns wiedersehn, und bis wir uns wiedersehn,
möge Gott seine schützende Hand über dir halten.
Dieses Lied von Günter Schwarze hat nicht nur Einzug in unsere Gottesdienste gehalten, sondern wird auch in Gruppen und Kreisen, bei Familienfesten oder Freizeiten gerne als Schlusslied gesungen. Ich selbst habe beim Lesen dieser Zeilen den Posaunenchor im Ohr, in dessen Proben das Lied zum festen Bestandteil des Abschlussrituals gehört.
Bevor man auseinandergeht, spricht (oder singt) man sich noch Gottes Segen zu. Das ist nicht nur in der Gottesdienstliturgie und im Gemeindeleben guter und schöner Brauch. Früher gab es in einigen Familien die Tradition, die eigenen Kinder zu segnen, bevor sie sich z.B. auf den Schulweg machten. Auch unsere Abschiedsgrüße „Ade“ oder „Tschüss“ schließen Gottes Segen mit ein. Beide Wörter haben ihren etymologischen Ursprung im französischen à (bei) dieu (Gott) und bedeuten so viel wie „Gott befohlen“.
Aber nicht nur zum Abschied, auch an verschiedenen Schwellen spielt der Segen bis heute eine große Rolle. Denken wir nur an unsere kirchlichen Kasualien: Taufe, Konfirmation, Trauung oder Beerdigung. Auf dem Übergang zu etwas Neuem, Unbekanntem tut es gut, Gottes Segen zugesprochen zu bekommen. Und so wünschen wir auch den Geburtstagskindern auf dem Weg in ein neues Lebensjahr „viel Glück und viel Segen“ auf all ihren Wegen.
In diesen Tagen stehen wir alle auf einer Art Schwelle in eine unbekannte Zukunft. Die letzten Wochen haben unseren Alltag völlig durcheinandergebracht. Was kommt, steht in den Sternen. Werden wir die Geduld und die Kraft aufbringen, weiterhin mit den Einschränkungen zu leben? Wann wird sich die Lage entspannen? Und wie wird er aussehen, der neue Alltag nach der Krise?
Wie gut, dass wir einen haben, dem wir unsere Sorgen und Ängste anvertrauen dürfen und mit dessen Segen wir rechnen können. Natürlich ist Gottes Segen keine Art Zauberspruch, der uns vor jeglichem Bösen bewahrt. Und doch ist Segen mehr als nur schöne Worte.
In jedem Segen sagt Gott seine Nähe und seine Begleitung zu. Im Segen verspricht uns Gott mitzugehen − auch und gerade durch die dunklen Täler in unserem Leben. Die Kraft, die im Segen steckt, gibt Rückendeckung und neuen Mut für das, was vor uns liegt. Und so können uns Segensworte bestärken, zuversichtlich in eine neue Zukunft hineinzugehen, selbst, wenn wir nicht wissen, was sie alles für uns bereithält.
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Bild: R. Piesbergen © GemeindebriefDruckerei.de
Mit dem Liedvers vom Anfang möchte ich Ihnen und Euch heute von Herzen Gottes Segen wünschen. Auch wenn wir gerade eher das Gefühl haben, dass uns Steine in den Weg gelegt werden − sei es, weil wir nahestehende Menschen nicht treffen dürfen oder Einkaufen nur noch mit Maske gestattet ist − ich wünsche Ihnen und Euch, dass sich immer mehr bewahrheitet, womit das Irische Segenslied beginnt: „Mögen sich die Wege vor deinen Füßen ebnen!“
Und auch wenn uns statt Rückenwind gerade eher strenger Gegenwind entgegenbläst, der uns daran hindert, leichtfüßig nach vorne zu gehen, wünsche ich Ihnen und Euch, dass dieser Wind bald wieder die Richtung ändert: „Mögest du den Wind im Rücken haben!“
Gottes Segen und seine Begleitung sind uns zugesagt, komme was wolle. Lassen Sie uns darauf vertrauen, dass Gott uns die nötige Kraft gibt, mit den Unsicherheiten im Hinblick auf die kommenden Wochen und Monate zu leben und auf seine Hilfe zu bauen.
„Und bis wir uns wiedersehn, und bis wir uns wiedersehn, möge Gott seine schützende Hand über dir halten!“
Gott befohlen, Ihre und Eure Pfarrerin Birgit Scholz

20.04.2020
Verwandlung ins Leben − Osterzeit
Die Osterfreude und Osterhoffnung mitnehmen in unseren Alltag, das ist dieses Jahr eine besondere Herausforderung. So vieles hat sich verändert und gewandelt in unserem Alltag durch die weltweite Ausbreitung des neuen Corona-Virus.
Manches hat sich zum Guten verändert: das Leben wurde für viele entschleunigt. Geduldig stehen wir mit Abstand beim Einkaufen in der Schlange. Wir müssen innehalten und können nicht mehr durch den Alltag hetzen. Das füreinander Dasein in diesen Zeiten des Abstandhaltens ist schwieriger geworden, aber manchmal auch intensiver. So viel schriftliche Post habe ich schon lange nicht mehr zu Ostern erhalten. Gerne nehme ich die Briefe auch nochmals zur Hand und lese nach.
Sicherlich so kann und darf es nicht bleiben. Wir müssen alle wieder an die Arbeit − sei es Kinder in den Kindergarten und die Schule oder den Arbeitsplatz. Denn nur so kann unsere Gesellschaft weiter funktionieren. Dabei sehnen sich manche zurück: es soll möglichst schnell alles wieder so sein wie davor. Doch die Welt hat sich meines Erachtens verändert und es gibt kein Zurück mehr. Ich denke, es muss stattdessen ein nach Vorne geben, das Gutes, den Menschen und der Schöpfung Förderliches aus dieser Veränderung mitnimmt: wir brauchen eine Verwandlung ins Leben für uns und die ganze Schöpfung.
Wir befinden uns noch am Anfang der sieben Wochen österliche Freudenzeit, der Zeit, in der Jesus nach seiner Auferstehung noch auf Erden war, bevor er an Himmelfahrt ganz zu Gott zurückkehrte. Wir haben also noch Zeit, darüber weiter nachzudenken.
In dieser österlichen Zeit frage ich: Hat sich durch Ostern etwas verändert? Oder sogar verwandelt? Für manche ist dies mit der Frage verbunden: Wie kann ich an die Auferstehung eines Toten glauben? Wie soll ich mir das vorstellen?
Nicht nur wir Menschen heute, auch die Menschen zur Zeit Jesu, stellten diese Frage. In seinem ersten Brief an die Gemeinde in Korinth beschäftigt sich Paulus in einem langen Kapitel damit: Wie geschieht diese Verwandlung, die ja keine Wiederbelebung ist, denn sonst hätten die Jüngerinnen und Jünger Jesu am ersten Ostermorgen ja gleich erkannt.
Der Apostel Paulus zieht das Bild der Verwandlung, des Sterbens und Neuwerdens in der Natur heran, um den fragenden Menschen mit diesem Bild zu verdeutlichen, wie wir uns die Auferstehung vorstellen können. Damit ist die Auferstehung weder bewiesen, noch kann sie ganz genau erklärt werden. Aber Bilder verhelfen zu tieferen Einsichten. Paulus verwendete damals das Bild des Samenkornes, das von Gott in eine neue Form verwandelt.
Paulus schreibt an die Gemeinde in Korinth im 15. Kapitel ab Vers 35: "Jetzt könnte man natürlich fragen: „Wie werden die Toten auferweckt? Mit was für einem Körper werden sie wiederkommen?“ Was für eine dumme Frage! Das, was du säst, kann nur lebendig werden, wenn es zuvor gestorben ist. Und was du säst, ist ja nicht die ausgewachsene Pflanze. Du säst nur ein nacktes Samenkorn, zum Beispiel vom Weizen oder von irgendeiner anderen Pflanze. Aber Gott gibt ihm die Gestalt, die er vorgesehen hat. Und zwar jeder Samenart ihre eigene. Lebewesen ist nicht gleich Lebewesen, sondern jedes gehört zu einer anderen Art: die Menschen zu einer anderen als die Rinder oder das Geflügel oder die Fische."
Paulus antwortet mit einem Bild, das naturverbundene Menschen gut nachvollziehen können. Gesät wird das Korn. Es wächst ein Halm. Gott sät und sorgt dafür, dass aus diesen Körnern etwas wird. So wie Gott es will. Das Korn in diesem Bild, ist der Mensch. Es ist wohl so, dass oft etwas sterben muss, damit etwas Neues entstehen kann. Interessant auch, dass Paulus nicht nur vom Menschen spricht, sondern auch verschiedene Tierarten anführt. Paulus geht wohl davon aus, dass auch die Tiere auferstehen.
Ein Frühlingsbote verdeutlicht dies für mich wundervoll. Meine Freude ist im Frühjahr groß, wenn ich den ersten Schmetterling sehe. Meist sehe ich zuerst einen Zitronenfalter. Im Vergleich zu meiner Kindheit sind es erschreckend wenige geworden. Es ist bedrückend und auch weltweit beängstigend, wie die Anzahl der Insekten zurückgegangen ist.
Für Schmetterlinge dürfen einige Brennnesseln vor meinem Bürofenster wachsen, denn die Raupen des Tagpfauenauges und Admirals ernähren sich ausschließlich von Brennnesselblättern und verwandeln sich nur dann in einen Falter, wenn sie genug davon zu fressen finden.
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Bild: pixabay
Schmetterlinge sind sehr beliebt. Weniger allerdings ihre Raupen. Und doch gibt es die einen nicht ohne die anderen. Das tolle Bilderbuch „Die kleine Raupe Nimmersatt“ von Eric Carle verdeutlicht den Zusammenhang für klein und groß. Kein Wunder, dass es das Buch weltweit in 62 Sprachen gibt. Diese kleine Raupe frisst sich durch ihr Leben. Und dann plötzlich verpuppt sie sich. Braucht nichts mehr zu fressen. Liegt nur da. Scheinbar leblos.
Und es geschieht ein Wunder. Aus der Raupe wird ein wunderschöner bunter Schmetterling.
Das ist mein Bild für die Auferstehung.
Ich habe es so verinnerlicht, dass ich nicht mehr darüber nachdenken muss, ob ich daran glaube oder nicht. Paulus schreibt dann weiter: "So ist es auch mit der Auferstehung der Toten: Das Leben, das hier auf der Erde gesät wird, ist vergänglich. Aber das Leben, zu dem wir auferweckt werden, ist unvergänglich! … Gesät wird ein natürlicher Leib. Auferweckt wird ein vom Geist Gottes neu geschaffener Leib." (Vers 42−44 in Auszügen)
Was wird aus dem unscheinbaren Korn! Und aus der Raupe! Raupen sind keine besonders beliebten Tiere, auch wenn es wunderschöne gibt. Aber was werden für feine Wesen aus ihnen, wenn sie sich verwandelt haben. Ich weiß: Beides sind Bilder. Keine Beweise. Keine Fakten. Von Jesu Auferstehung und von der Auferstehung von uns Menschen kann nur in Bildern geredet. Und dennoch: Wieviel Wahrheit lässt sich in diesen Bildern erahnen und spüren. Der Schmetterling ist ein tröstliches Bild. Ich kann die Auferstehung nicht beweisen. Kein Mensch kann das. Und trotzdem glaube ich daran. Ich vertraue auf die Möglichkeiten Gottes, die meinen Verstand bei weitem übersteigen mit Hilfe dieser Bilder.
Später schreibt Paulus noch: "Siehe, ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden." (Vers 51)
So bekennen wir Christinnen und Christen im Glaubensbekenntnis zweierlei:
zum einen, dass Jesus "am dritten Tage auferstanden von den Toten" ist und "Ich glaube an die Auferstehung der Toten und das ewige Leben".
Ich bin froh darüber, dass ich das glauben kann. Damit leben kann. Und auch, wenn mein Vertrauen darauf mal größer und mal kleiner ist.
Was bedeutet dies für eine Verwandlung zum Leben jetzt in der Osterzeit 2020?
Ich denke, wir müssen totbringenden Einsichten standhalten wie dem Tod Jesu am Karfreitag: z.B. es kann nicht so bleiben, dass wir Medikamente und Schutzkleidung nur in Billiglohnländer herstellen lassen und so das Leben von Menschen in Gefahr bringen. Und dies ist nur eine von sicher vielen Einsichten, die eine Veränderung notwendend machen.
Manchen Erkenntnissen waren für mich ganz neu: z.B., dass der Handel mit Wildtieren einer der Gründe ist, warum Krankheiten von Wildtieren auf Menschen überspringen. Und dass dabei der illegale Tierhandel einer der vier profitabelsten kriminellen Geschäfte weltweit ist und Menschen in Europa und den USA daraus großen Profit schlagen.
Was die Corona−Pandemie kosten wird, weiß noch niemand − jedenfalls einen Betrag, der unvorstellbar groß ist. Gerade deshalb braucht es gezielte Veränderungen: "Naturschützer und Virologen halten es deshalb für sinnvoll, Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt gemeinsam zu betrachten. Weltbank und Weltgesundheitsorganisation schätzen, dass jeder Euro, der auf diese Weise in die Prävention von Pandemien investiert wird, sich zehnfach auszahlen könnte" (Anja Tröster in der Stuttgarter Zeitung 11./12. April 2020).
Wir müssen diese totbringenden Fakten und Gefahren wahrnehmen und uns einsetzen für alles, was dem Leben dient: die bessere Bezahlung besonders in der Altenpflege, ebenso wie den Schutz des Sozialschwachen, dem Aufbau eines besseren Gesundheitswesens in Afrika und vielem mehr. Auch all das sind Investitionen in die Zukunft, die sich finanziell lohnen aber auch für Menschen und die gesamte Schöpfung.
Gott hat Jesus Christus in ein neues verwandeltes Leben auferweckt. Gott zeigt uns, dass Verwandlung zum Leben möglich ist. Als Menschen können wir dies nur beschränkt, aber Folgen wir Jesu Spuren, der uns dies auf Erden vorgelebt hat.
Eine weitere hoffnungsfrohe und gesegnete Osterzeit!
Ihre/Deine Pfarrerin Ursula Ullmann−Rau

14.04.2020
Mit Ostern im Rücken meinen Weg weitergehen
Ostern war ganz anders, als Ihr und Sie und ich es je erlebt haben. Die notwendigen Beschränkungen haben keine Gottesdienste und keine Familienfeste erlaubt. Gerne hätten wir Sie und Euch am Ostermontag zu einem Emmausweg eingeladen − einem Gottesdienst unterwegs. Aber am Osterwochenende sind sicher viele auf diesem Weg vom Friedhof zur Klingenlinde gegangen, den wir dann nächstes Jahr am Ostermontag hoffentlich zusammen gehen können.
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Bild: Andreas Rau
Gott sei Dank dürfen wir nach draußen für Spaziergänge und zum Sport. Manche gehen allein, andere wie maximal erlaubt zu zweit oder als Familie.
Dennoch und trotzdem Vertrauen und Hoffnung durch Ostern gewinnen und mitnehmen in die kommende Zeit − wie kann das gelingen?
Ich möchte Dich/Sie einladen, sich gedanklich mit auf einen Weg zu begeben. Sicherlich der Weg nach vorne ist noch ungewiss. Als der Text am Dienstag nach Ostern für den Köngener Anzeiger abgegeben wurde, war noch nicht klar, ob und wie es nach den Osterferien in Kitas und Schulen weitergeht.
Es gibt eine Oster−Wege−Geschichte, die der Evangelist Lukas uns überliefert. Sich bewegen bringt auch Gedanken und Gefühle Bewegung. Das haben zwei Jünger Jesu nach Jesu Tod und Auferstehung erfahren. Und das erzählt Lukas so: Zwei Männer halten es nicht mehr im Haus aus. Zusammen mit den anderen Jüngerinnen und Jüngern sind sie in Jerusalem. In einem Raum sitzen und sich erinnern an die schöne Zeit mit Jesus und an seinen gewaltsamen Tod − nein, das ist nicht zum Aushalten. Und außerdem gab es heute am 3. Tag verstörende Nachrichten einiger Frauen: der Leichnam ist weg. Ein Engel sagt: Jesus lebt. Kleopas und eine zweite Person entscheiden: wir müssen hier raus. Eine gute Entscheidung! „Wenn nichts mehr geht, dann geh!“ − so lautet der Titel eines kleinen Büchleins. Und diese Devise hat mir schon manches Mal weitergeholfen. Wenn ich dann zu einem Spaziergang aufgebrochen bin, konnte ich das Gedankenkarussell stoppen, mich ganz auf das Gehen konzentrieren und die Landschaft in mich nehmen. Und dann kommen plötzlich auch die Gedanken ganz neu ins Fließen und mancher Gedankenblitz hat mich weitergebracht.
Gemeinsam machen sich die beiden Jünger also auf den Weg nach Emmaus. Sie gehen mit schwerem Herzen, trüben Gedanken und einem aufgewühlten Inneren. Das Dorf ist etwa 10 Kilometer von Jerusalem entfernt. Kein weiter Weg damals für die Menschen, die gewohnt waren, alle Wege zu Fuß zu machen. Es gibt auch heute vieles, was das Leben verdunkeln und die Hoffnung rauben kann. Menschen fragen sich: Wie geht es weiter? Wie lange dauert die Kurzarbeit? Werde ich vielleicht meinen Arbeitsplatz verlieren? Wann kommen wir wieder raus aus unserer engen Wohnung: 4 Personen in 4 Zimmern − da bin ich nur für mich und find Ruhe auf dem Klo. Immer wieder gibt es Krach, weil wir zu lange zu dicht aufeinandersitzen. Wann können wir unsere Freundinnen und Freunde und Opa und Oma wiedersehen, ist die traurige Frage der Kinder.
Und so geht die Geschichte weiter: Kleopas und sein Freund reden miteinander. Vielleicht fragen sie sich: „Kann ich noch glauben? Viele andere haben sich bereits enttäuscht von Jesus abgewandt, weil sich der Glaube nicht ausgezahlt hat. Wäre es da nicht auch besser, zu gehen und sich anderen Dingen zuzuwenden?“ Plötzlich ist da ein dritter. Er schließt sich ihnen an. Damals war das nicht problematisch, anders als heute, wo Abstandhalten das oberste Gebot ist. Die Jünger haben vielleicht die Köpfe zusammengesteckt und merken zunächst gar nicht, dass Jesus mit ihnen geht. Und Lukas schreibt noch dazu: „Aber es war, als ob ihnen jemand die Augen zuhielt, und sie erkannten ihn nicht.“ Jesus fragt sie: „Worüber seid ihr unterwegs so sehr ins Gespräch vertieft?“. Da blieben sie traurig stehen. „Bist du der einzige unter den Fremden in Jerusalem, der nicht weiß, was in diesen Tagen dort geschehen ist?“ fragt Kleopas. Und Jesus sprach zu ihnen: „Was denn?“ Und nun erzählen sie dem Fremden: Jesus von Nazareth war ein großer Prophet. Unsere führenden Priester und die anderen Mitglieder des jüdischen Rates haben dafür gesorgt, dass er zum Tod verurteilt und gekreuzigt wurde. Wir hatten doch gehofft, dass er es ist, der Israel erlösen soll. Das war vor 3 Tagen. Heute haben uns einige Frauen aus der Fassung gebracht. Sie waren am Grab und erzählen: Jesu Leichnam ist verschwunden und ein Engel sagte ihnen: Jesus lebt.
Der Fremde leistet geradezu Schwerstarbeit, indem er den tiefschwarzen Panzer der Hoffnungslosigkeit Stück für Stück aufbricht, damit es wieder hell werden kann. Die Jünger müssen in Worte fassen, was unausgesprochen auf ihnen lastet. Das ist der erste Schritt, damit ich wieder klar sehen kann, wenn ich sagen kann, was mich bedrückt. Und dann bietet ihnen der Fremde eine neue, eine andere Perspektive an, indem er ihnen zeigt, wie man all das, was in Jerusalem geschehen ist, auch sehen kann, wie man es anders sehen kann. „Musste nicht Christus dies erleiden und in seine Herrlichkeit eingehen?“ Diese einfache, aber durchaus provokante Frage führt die trüben Gedanken der Emmausjünger in eine andere Richtung. Die Dunkelheit im Leben löst sich nicht von jetzt auf gleich auf. Auch nicht in zwei Wegstunden. Das ist manchmal ein langer, mitunter beschwerlicher Weg: Am einen Tag glaubt man zu ahnen, wie es weitergeht, wie es anders werden kann, und am anderen Tag ist diese Ahnung schon wieder verdunkelt, aber am dritten und vierten Tag und an vielen nachfolgenden Tagen besteht die Chance, dass Klarheit wächst: dass sich allmählich eine Erkenntnis durchsetzt, sich eine neue Perspektive im Leben erschließt, wo man neu Hoffnung schöpfen kann, weil man weiß, so geht es jetzt erst einmal weiter.
Auf diesem Weg ist es gut, einen Begleiter oder eine Begleiterin zu haben, der/die einem sagt, was man sich selber nicht sagen kann, der/die eine ganz andere Perspektive einbringt, weil die eigene Aussicht verdunkelt ist, der/die für einen hofft und glaubt, weil man selber nicht mehr hoffen und glauben kann. Manchmal genügt nur ein lösender Gedanke, den mir eine andere Person sagt und auf den hin ich sagen kann: „Ja, so habe ich es noch nicht gesehen, du hast vermutlich recht, aber heute kann ich dem noch nicht zustimmen.“ Und dann, am anderen Tag, geht es vielleicht, weil der Gedanke in einem weitergearbeitet hat, und dann kann man ihm zustimmen.
Bei den Fragen, die die Corona−Pandemie aufwirft, ist es so, wie bei der Frage bdquo;Warum musste Jesus sterben?“. Es gibt nicht die eine Antwort. In der Bibel ringen die vier Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes, der Apostel Paulus und die anderen Briefschreiber in ihren Texten um Antworten auf die Frage nach dem Kreuzestod Jesu. Worin sich aber alle einig sind, ist das Vertrauen und die Gewissheit: Gottes Macht ist größer als der Tod. Gott und Jesus gehen auch weiter mit uns als unerkannte Wegbegleiter in aller Traurigkeit und Finsternis. Und dann wird es möglich auch wieder den Kopf zu heben und die Schönheit der Landschaft und des Lebens zu sehen und andere an dem teilhaben zu lassen, was ich selber an guten Erfahrungen und Gedanken habe und worauf ich vertrauen kann.
Manche wissen, die Geschichte ist hier noch nicht zu Ende. Die beiden Jünger laden Jesus ein in ihr Haus. Aber für heute will ich es dabei belassen und schließe mit dem Abendgebet von Georg Christian Dieffenbach, das die Worte der beiden aufnimmt.

Bleibe bei uns, Herr, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneigt.
Bleibe bei uns und bei deiner ganzen Kirche!
Bleibe bei uns am Abend des Tages, am Abend des Lebens, am Abend der Welt.
Bleibe bei uns mit deiner Gnade und Güte,
mit deinem heiligen Wort und Sakrament,
mit deinem Trost und Segen!
Bleibe bei uns, wenn über uns kommt
die Nacht der Trübsal und Angst,
die Nacht des Zweifels und der Anfechtung,
die Nacht des bitteren Todes!
Bleibe bei uns und bei allen deinen Gläubigen in Zeit und Ewigkeit!

Seien Sie behütet und begleitet!
Ihre Pfarrerin Ursula Ullmann−Rau

14.04.2020
Unsere Vikarin Rebekka Elwert ist wieder zurück vom „gemeindefernen“ Teil ihrer Ausbildung, um die restliche Zeit ihres Vikariats wieder in unserer Gemeinde zu verbringen.
Sie hat einen kleinen Bericht ihrer Erlebnisse in dieser Zeit verfasst, den sie →hier← nachlesen können.

08.04.2020
Ostern - Weg in die Zukunft
Liebe Gemeinde,
das gab es noch nie: Zum ersten Mal seit der Christianisierung Europas dürfen bei uns keine öffentlichen Ostergottesdienste gefeiert werden. Wie geht es Ihnen dabei? Wie fühlt sich das an? Ich kann es kaum beschreiben. Ungewohnt, bedrückend, traurig?! Dieses Jahr ist Ostern nicht nur das Fest der Auferstehung, es ist gefühlt auch ein Tag der Zurückweisung: Keine Gottesdienste, kein generationenübergreifendes Familienfest. Viele Familien werden − wahrscheinlich zum ersten Mal − an Ostern nicht zusammenkommen, Großeltern ihre Enkelkinder nicht beim Eiersuchen unterstützen. Und auch als Gemeinde werden wir nicht zusammenkommen, weder in der Osternacht, noch am Osterfeuer vor unserer Kirche und auch nicht morgens auf dem Friedhof, wo der Posaunenchor den Sonnenaufgang feierlich begrüßt. Der Evangelist Johannes erzählt eine Ostergeschichte, die, bei genauer Betrachtung, auch von Zurückweisung berichtet und dabei gleichzeitig den Blick in eine neue Zukunft wirft.
Der Ostermorgen (Johannes 20,15−18)
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…Sie (Maria) meint, es sei der Gärtner, und spricht zu ihm: Herr, hast du ihn weggetragen, so sage mir: Wo hast du ihn hingelegt? Dann will ich ihn holen. Spricht Jesus zu ihr: Maria! Da wandte sie sich um und spricht zu ihm auf Hebräisch: Rabbuni!, das heißt: Meister! Spricht Jesus zu ihr: Rühre mich nicht an! Denn ich bin noch nicht aufgefahren zum Vater. Geh aber hin zu meinen Brüdern und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und eurem Vater, zu meinem Gott und eurem Gott. Maria Magdalena geht und verkündigt den Jüngern: „Ich habe den Herrn gesehen“, und was er zu ihr gesagt habe.
Maria streckt ihre Hände und ihr Herz nach Jesus aus und Jesus beantwortet ihre Sehnsucht mit einer Zurückweisung: „Rühre mich nicht an!“ Maria bekommt an diesem Ostermorgen nicht das, wonach sie sich sehnt. Sie darf Jesus nicht festhalten, denn niemand kann festhalten, was längst vorbei ist. Und so kommt es auf dem Friedhof nicht zu einer Umarmung. Der Mindestabstand wird eingehalten. Und trotzdem wird die weinende Frau, die eben noch das Grab besuchte, um ihrer Trauer nachzugehen, nun Botschafterin der guten Nachricht, also des Evangeliums von Jesu Auferstehung. Sie ist tatsächlich die erste Evangelistin, denn sie nimmt den Auftrag Jesu an und sagt seine Botschaft weiter. Sie bleibt nicht traurig am leeren Grab, um zu beten oder um eine Gedenkstätte einzurichten, sondern geht voller Zuversicht dahin zurück, wo sie hergekommen ist, nach Galiläa − und da wird nun alles anders.
Galiläa ist die Welt des Alltags, da wo auch wir zusammen mit dem Partner, mit Eltern oder Kindern, mit freundlichen oder schwierigen Nachbarn leben. Galiläa, das ist da, wo wir wohnen, wo wir arbeiten, ist da, wo Versammlungsverbot und Abstandsgebot gelten, ist dort wo wir ausruhen, uns freuen und traurig sind − Galiläa ist hier, wo wir leben. Maria geht los und berichtet, was sie gesehen, gehört und erfahren hat.
20200413_Feldweg
Wenn das so ist, dann ist Ostern auch für uns nicht eine Geschichte aus längst vergangener Zeit. Im Gestern werden wir den Auferstandenen ebenso wenig finden wie Maria. Der Auferstandene hat Maria in die Zukunft geschickt und auch uns gilt diese Richtung. Martin Luther hat es 1529 in einer Predigt so formuliert: Nicht wie du Gott im Tode findest, sondern wie er dich ins Leben zurück jagt, das macht das rechte Osterfest…
Wem Luther zu altbacken klingt oder wer den alten Reformator ohnehin nicht schätzt, kann den Worten und der Sprache des Tübinger Theologen Ernst Jüngel vielleicht mehr abgewinnen: Mit Ostern beginnt eine andere Geschichte, eine neue, eine lebendigmachende Geschichte, eine Siegesgeschichte…. Der Auferstandene ist nicht nur für das letzte Stündlein da. Er ist für alle Stunden unseres Lebens da. Wer im Tod hilft, der hilft erst recht im Leben. Er will auch in unseren Worten und Taten Spuren seiner Auferstehung hinterlassen. Spuren, die in die Zukunft weisen.
In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein gesegnetes und frohes Osterfest, ein Fest gegen den Tod, ein Fest gegen die Gleichgültigkeit des Herzens, ein Fest des Lebens und zum ewigen Leben und die fröhliche Gewissheit, dass wir uns bald wiedersehen und gemeinsam Gottesdienst feiern werden.
Christus ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden. Halleluja!
Pfarrer Ronald Scholz

30.03.2020
Gedanken zur Karwoche
Liebe Gemeindeglieder,
mit dem Palmsonntag beginnt die Karwoche, die auf das Leiden und Sterben Jesu an Karfreitag zugeht. Gerade noch wurde Jesu Einzug in Jerusalem umjubelt, da geht das „Hosianna“ der Menge schon über in das „Kreuziget ihn!“.
Heute noch fröhlich und ausgelassen, morgen schon voller Angst vor der Zukunft. Wer kennt das nicht in diesen Tagen? Wir alle hatten andere, schönere Pläne für den Frühling und die Osterzeit. Doch wie viele Menschen bangen jetzt um ihre Gesundheit und die ihrer Liebsten? Wie viele Menschen fürchten um ihren Arbeitsplatz, um ihr Einkommen? Wie viele Menschen sind einsam und sehnen sich danach, ihre Familie und ihre Freunde sehen zu können?

In der Karwoche werden wir aufgefordert, auf das Kreuz zu schauen. Ein Zeichen, das wir oft gar nicht mehr bewusst angesehen haben, vielleicht auch gar nicht ansehen wollten. Wer wird schon gerne an Leiden und Tod erinnert? Viele Menschen schauen lieber weg, wenn ihnen ein schweres Schicksal begegnet und lenken sich ab. Andere ergreift eine Art wohliger Schauer, wenn sie selbst nicht betroffen sind − „wie gut, dass ich nochmal davongekommen bin“.
20200330_FotoKreuze
Wenn wir in diesen Tagen dazu angehalten sind auf das Kreuz zu schauen, dann bedeutet das für uns zweierlei:
Zum einen dürfen wir uns vergegenwärtigen, was Jesus aus Liebe zu uns auf sich genommen hat. Jesus ist den Weg des Leidens bis zum bitteren Ende gegangen, um dem Tod ein für alle Mal die Macht zu nehmen. Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben, heißt es in Johannes 3,16. Wie viel Trost, wie viel Kraft, wie viel Zuversicht steckt in diesen Worten!
Aber noch aus einem anderen Grund ist es wichtig, das Kreuz Jesu neu sehen zu lernen. Wer nämlich wieder Augen für das Kreuz Jesu gewinnt, der lernt auch, das Leid der anderen zu sehen, das oft Wand an Wand mit uns wohnt. Es ist nur verständlich, wenn wir uns in diesen Zeiten abzulenken versuchen. Aber ehrliches Mitgefühl für die Nöte unserer Mitmenschen, Hilfsbereitschaft und Einsicht entstehen meist erst da, wo wir wirklich hinschauen, wenn es anderen schlecht geht.
Schau hin − das bedeutet nicht, dass wir uns jetzt für alles Leiden der Welt verantwortlich fühlen müssen. Nein, es genügt schon, einen einzigen Leidenden zu sehen. Dadurch bekommt das Leid ein Gesicht, eine Geschichte, ein Schicksal. Was ihr einem dieser meiner geringsten Brüder und Schwestern getan habt, das habt ihr mir getan, hat Jesus einmal gesagt (Matthäus 25,40).
Wen sehen wir, wenn wir auf das Kreuz schauen? In welchem Menschen will Jesus uns begegnen, anrühren und zur Tat bewegen?
Vielleicht ist es ein älterer Nachbar, für den wir einkaufen gehen können. Vielleicht ist es eine alleinstehende Verwandte, die sich über eine Karte oder einen Anruf freut. Vielleicht ist es der kleine Junge von nebenan, der ganz überrascht ist, wenn für ihn ein kleines Osternest vor der Tür steht. Vielleicht ist es aber auch eine unbekannte Person, die wir auf der Straße einfach nur freundlich grüßen.
Ich glaube, wenn wir die Augen aufhalten, dann fallen uns allen Menschen ein, denen wir in dieser schwierigen Zeit eine kleine Freude machen können. Und vielleicht kann dadurch trotz des Mindestabstands von 1,5 Metern eine neue Nähe entstehen, die uns Kraft schenkt, weiterhin auf das Gute zu hoffen und an Ostern zu glauben.
Eine gesegnete Karwoche wünscht Ihnen Ihre Pfarrerin Birgit Scholz

25.03.2020
Anregungen für Eltern mit Kita−Kindern
Kita oder Krippe sind geschlossen. Spielplätze auch. Was tun, wenn Eltern und Kindern zu Hause die Decke auf den Kopf fällt?
Wir haben −>hier auf einer extra Seite<− ein paar Ideen zusammengetragen, um die Zeit mit kleinen Kindern sinnvoll zu gestalten.

24.03.2020
Pfarrerin Ursula Ullmann−Rau hat eine kleine Anleitung zum Beten über den Tag in Verbindung mit dem Geläut, welches zu bestimmten Tageszeiten angestimmt wird.
Diese können sie −>hier auf einer extra Seite<− nachlesen

24.03.2020
Miteinander und Füreinander beten in Zeiten von Corona.
Schon 590 Jahre ist sie alt, unsere Köngener Sauglocke. Als Marienglocke ist sie 1430 vielleicht von Meister Otto gegossen worden. Viel hat sie erlebt in diesen fast 6 Jahrhunderten. Den Nationalsozialismus und den 2. Weltkrieg hat die Sauglocke überlebt, weil sie in den 30−er Jahren als besonders wertvoll eingestuft wurde. Unser Köngener Gemeindewappen ziert sie. Wobei, ob sie wirklich so heißt, weil Schweine sie ausgegraben haben, nachdem sie im Krieg versteckt wurde, oder eher nach dem Schwäbischen "sau" für groß und wichtig, wird sich sicher nicht mehr herausfinden lassen. Die Sauglocke, unsere Glocke 1, hängt als die größte (1,36 m Durchmesser) und schwerste Glocke (1650 kg) mitten unter den 3 weiteren Glocken im Glockenstuhl der Peter− und Paulskirche, die 1949 neu dazukamen. Sie lässt uns auch in diesen schweren Zeiten nicht allein. Die Sauglocke läutet immer sonntags allein um 9.00 Uhr und zusammen mit den anderen Glocken zu Beginn des Gottesdienstes um 10.00 Uhr. Zurzeit läutet sie also nur um 10.00 Uhr, weil wir die anderen Läutezeiten am Sonntag abgeschaltet haben.
Sauglocke_sw

So sieht unsere Sauglocke aus. Sie und die anderen Glocken begleiten uns durch die nächsten Wochen, wo wir alle viel zu Hause sein müssen.


24.03.2020
Heute schon lade ich alle ein, wenn wir wieder Gottesdienste in der Kirche feiern dürfen und den Kirchturm besteigen können, unsere Glocken anzuschauen.
Für uns in Köngen möchte ich bis dahin erinnern oder neu ins Bewusstsein rufen, dass die Glocken der Peter− und Paulskirche werktags viermal am Tag ertönen. Sie laden uns ein zum Gebet, das jede und jeder für sich zuhause halten kann und es doch damit auch ein gemeinsames Gebet ist, weil viele zur gleichen Zeit beten.
Aktuell ist es nicht möglich zusammen zu kommen, um Gottesdienst zu feiern und zu beten. Trotzdem die Kraft des Gebetes und Glaubens zu spüren ist wichtig und not−wendend. Die 150 Psalmen der Bibel geben einen reichen Schatz an Worten auch für diese herausfordernden Zeiten:
Herr, auf dich traue ich,
lass mich nimmermehr zuschanden werden,
errette mich durch deine Gerechtigkeit! …
Neige deine Ohren zu mir, hilf mir eilends!
Sei mir ein starker Fels
und eine Burg, dass du mir helfest! ….
HERR, sei mir gnädig, denn mir ist angst! ….
Ich aber, Herr, hoffe auf dich
und spreche: Du bist mein Gott!
Meine Zeit steht in deinen Händen.

aus Psalm 31

24.03.2020
Und der Gottesdienst am Sonntag?
Die Sauglocke mit den weiteren 3 Glocken läuten nach wie vor um 10 Uhr zur gewohnten Gottesdienstzeit. Regio TV bietet am Wochenende um 11.00 Uhr Gottesdienste aus Württemberg an. Im ZDF gibt es immer um 9.30 Uhr einen Gottesdienst. Es gibt viele weitere unterschiedliche Initiativen, die vor allem über Fernsehen, Radio und das Internet Gottesdienste anbieten wie auch der Evangeliumsrundfunk ERF.
Unter https://www.ekd.de/kirche−von−zu−hause−53952.htm gibt es Anregungen für die Zeit der Corona&minus:Epidemie und auch generell.

24.03.2020
Informationen in bewegten Zeiten
Liebe Gemeinde,
die Corona−Krise bewegt uns alle. Täglich überholen uns die Ereignisse und wir alle müssen uns immer wieder neu auf die Situation und die gebotenen Maßnahmen einstellen. Der Kirchenbezirk Esslingen ist im Moment, in dem diese Zeilen entstehen, der in Baden−Württemberg am stärksten betroffene Kirchenbezirk und auch wir in Köngen sind besonders herausgefordert und wollen alles tun, um unsere Gemeindeglieder zu schützen. Das gilt vor allem für die Schwächsten.
Folgende Maßnahmen haben wir auf Grundlage staatlicher Ge− und Verbote sowie der Empfehlung der Württembergischen Landeskirche und des Ev. Dekanatamts in Esslingen beschlossen:
  1. Gottesdienste in unserer Kirche entfallen bis auf Weiteres. Die Glocken werden sonntags um 10.00 aber auch weiterhin läuten.
  2. Das Büro im Pfarramt Nord und die Kirchenpflege im Pfarramt Süd sind bis auf Weiteres für BesucherInnen geschlossen. Wir sind aber weiterhin zu den Öffnungszeiten für Sie telefonisch und per Email erreichbar.
  3. Hausbesuche durch die ehrenamtlichen und hauptamtlichen MitarbeiterInnen entfallen bis auf Weiteres. Geben Sie uns aber gerne einen Hinweis, wenn wir älteren oder kranken Menschen mit einem Anruf eine Freude machen können oder ein Anruf erwünscht ist.
  4. Pfarrerinnen und Pfarrer stehen der Gemeinde auch weiterhin zur Verfügung und sind in den Pfarrämtern telefonisch und per Email erreichbar. Sie können uns jederzeit kontaktieren!
  5. Sollte zu diesem Zeitpunkt im Rahmen einer Allgemeinverfügung alle öffentlichen und privaten Veranstaltungen untersagt worden sein, betrifft das auch Trauerfeiern auf dem Friedhof. Das Bestattungsunternehmen und Ihre PfarrerInnen werden Sie sodann über die Möglichkeiten der Beisetzung Verstorbener informieren.
Liebe Gemeinde,
die Krisenzeit birgt die Gefahr der Vereinzelung und der Entsolidarisierung. Lassen Sie uns daher kreativ und engagiert Wege und Formen finden, damit wir als Gemeinde dagegen− und zusammenhalten. Wichtig sind Hilfsangebote für Ältere und Bedürftige, vielleicht ein Einkauf oder ein Anruf. Es gibt sicherlich noch mehr, was wir tun können. Wir regen dazu an, Gebetszeiten, die die Glocken vorgeben, zu nutzen. Vielleicht kann jede und jeder sonntags nach dem 10.00 Uhr−Geläut ein Vaterunser sprechen. Lassen Sie uns auch weiterhin in Wort und Tat, in Gebet und Fürbitte zusammenstehen. Das Evangelium von Jesus Christus ist eine Kraft Gottes, die uns auch durch diese Tage tragen wird.
Mit herzlichen Grüßen und Segenswünsche
Ihre Pfarrerinnen und Pfarrer
i.V.d. Kirchengemeinderates

14.03.2020
Miteinander und füreinander wollen wir beten z.B. mit den Worten des Lutherischen Weltbundes, die sie hier finden.

12.03.2020
Bitte beachten
Aufgrund der Covid−19 Schutzmaßnahmen können zur Zeit leider keine Gottesdienst abgehalten werden.
 
Impulse
04.06.2020
Impuls zum Thema Offene Arme, offene Herzen von Pfarrer Dr. Ronald Scholz (mp3−Audio)
31.05.2020
20200601_PfingstenOnline Pfingsten 2020
„Mut zum Brückenbauen!“
lautet die Überschrift über dem ökumenischen Onlinegottesdienst zu Pfingsten.
Mit dabei ist die katholische Seelsorgeeinheit Guter Hirte Kolumban und die beiden ev. Kirchengemeinden Wendlingen am Neckar und Köngen mit ihren Kirchen und Menschen.
(mp4−Video)

Sollte der Link zum Video hier nicht funktionieren, finden Sie dieses auch
→ auf YouTube
oder auf den Internetseiten der anderen Kirchengemeinden:
www.kolumban.de sowie www.guterhirte.eu und www.evk−wendlingen−neckar.de.
29.05.2020
Impuls zum Thema Pfingsten: Gottes Geist macht frech und frei von Pfarrerin Ursula Ullmann−Rau (mp3−Audio)
23.05.2020
Andacht zum Thema: Gesegnetes Fest von Vikarin Rebekka Elwert (mp3−Audio)

Das Stück im Hintergrund ist zu finden unter
https://archive.org/details/TurkishWonderfulMusicArabicSufiMusicMeditationIslamicMusic
09.05.2020
Impuls zum Thema Geduld und Ungeduld von Pfarrerin Ursula Ullmann−Rau (mp3−Audio)
07.05.2020
In Zeiten von Corona und der Einschränkungen in den Posaunenchören, haben einige Bläserinnen und Bläser aus unserem Posaunenchor an einer Challenge für Posaunenchöre mitgemacht. Kreatives und Lustige aus dieser besonderen Zeit haben die Köngener Posaunenchorbläser in Videoclips zusammengetragen, um den Menschen in unserer Gemeinde eine Freude zu machen.
Hier geht‘s zum Google Drive mit den Clips.
03.05.2020
Andacht zum Thema: Gute Nachrichten von Vikarin Rebekka Elwert (mp3−Audio)

Im Hintergrund läuft das Stück "Uplifting Ballad" von Alexander Nakarada.
Quelle: https://www.free−stock−music.com/alexander−nakarada−uplifting−ballad.html
26.04.2020
Impuls von Pfarrer Dr. Ronald Scholz (mp3−Audio)
"Wir brauchen, dringender als zuvor, die Kraft des Gebetes − unseres Mitfühlens und Gedenkens vor Gott."
24.04.2020
Andacht zum Thema: Sehnsucht von Vikarin Rebekka Elwert (mp3−Audio)
17.04.2020
Impuls zum Thema: Freude am Singen von Pfarrerin Ursula Ullmann−Rau (mp3−Audio)
12.04.2020
Osterandacht (Audio) zum Lied „Auf, auf, mein Herz mit Freuden“ (EG 112) von Pfarrerin Birgit Scholz und Frank Oidtmann an der Orgel (mp3−Audio)
08.04.2020
Impuls zum Thema Karwoche ist carewoche von Pfarrerin Ursula Ullmann−Rau (mp3−Audio)
30.03.2020
Gedanken zum Thema Zuversicht von Pfarrerin Ursula Ullmann−Rau (mp3−Audio)
23.03.2020
Impuls von Pfarrer Dr. Ronald Scholz (mp3−Audio) zum Umgang mit Corona und den Folgen

Andere Gemeinden/ Institutionen
04.05.2020
20200531_KiGoDigital Kindergottesdienste der EKD−KiGo−Verbände
Sonntags, 10:00 Uhr auf dem
YouTube−Channel kirchemitkindern−digital
(auch zum „Nachgucken“)

Weitere Links für „Kindergottesdienst offline zu Hause feiern“ sind zu finden unter www.kirche−mit−kindern.de
08.04.2020
Der Kirchenbezirk hat nun auch einen Social-Media-Auftritt auf
FacebookLogo
Facebook
und auf InstagramLogo
Instagram

24.03.2020
Gemeinsames Singen und Musizieren am Abend um 19.00 Uhr
20200317_Balkonsingen-Mond
Die Evang. Kirche Deutschland (EKD) hat angeregt, abends um 19:00 Uhr miteinander das Lied "Der Mond ist aufgegangen" zu singen oder zu musizieren. Von Balkonen, aus Gärten und Fenstern! Seit einigen Tagen spielen an verschiedenen Stellen in Köngen Bläser zunächst dieses Lied und dann auch noch andere Abendlieder.
Stimmen Sie mit ein und lassen Sie uns gegenseitig Mut und Hoffnung zu singen und zu spielen!

1. Der Mond ist aufgegangen,
die goldnen Sternlein prangen
am Himmel hell und klar;
der Wald steht schwarz und schweiget,
und aus den Wiesen steiget
der weiße Nebel wunderbar.

2. Wie ist die Welt so stille
und in der Dämmrung Hülle
so traulich und so hold,
als eine stille Kammer,
wo ihr des Tages Jammer
verschlafen und vergessen sollt!

7. So legt euch Schwestern Brüder
in Gottes Namen nieder.
Kalt ist der Abendhauch.
Verschon uns, Gott, mit Strafen
und lass uns ruhig schlafen
und unsern kranken Nachbarn auch.

3. Seht ihr den Mond dort stehen?
Er ist nur halb zu sehen,
und ist doch rund und schön!
So sind wohl manche Sachen,
die wir getrost verlachen,
weil unsre Augen sie nicht sehen


24.03.2020
Kirche von zu Hause − Alternativen (nicht nur) in Zeiten von Corona
(EKD − Evangelische Kirche in Deutschland)

24.03.2020
Gemeindeleben Online
Glaube in Zeiten der Corona-Pandemie
(Ev. Landeskirche in Württemberg)

30.03.2020
Die Evangelische Kirchengemeinde Wendlingen hat mehrere Gottesdienst−Aufzeichnungen online gestellt.