Evangelische Kirchengemeinde Köngen
 
 
 
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20210725
25.07.2021
Konfirmation Süd am 25. Juli 2021
In Köngen ist es eine schöne und gute Tradition, dass Jugendliche für ihre Konfirmation selber sich ein Thema wählen und Texte schreiben. Dieses Jahr hat die Südgruppe sich das Thema „Erwachsenwerden“ gewählt. Konfirmation ist immer schon ein Schritt zum Erwachsenwerden. Aber auch durch die Pandemie sind die Jugendlichen dieses Jahr noch stärker dazu herausgefordert gewesen. Die Gedanken von drei Jugendlichen dazu und das moderne Glaubensbekenntnis von zwei weiteren sind auch für Erwachsene sehr bedenkenswerte Texte. Die Konfirmierten haben die Erlaubnis gegeben, dass wir ihren Text hier abdrucken.
Herzlichen Dank.
Pfarrerin Ursula Ullmann−Rau
Konfirmation − ein Symbol des Erwachsenwerdens.
Auch wir rücken mit kleinen, jedoch stetigen Schritten dem Erwachsenleben immer näher. Wir haben gemerkt, dass sich unsere Ziele und Wünsche in den letzten Jahren immer mehr geändert haben. Verschiedene Menschen haben uns Kraft und Halt in unserem Alltag gegeben und uns gezeigt was uns später für Wege offenstehen. Und endlich haben wir gelernt unseren eigenen Weg zu gehen und unsere eigenen Ziele zu verfolgen. Der Konfirmationsunterricht war dabei eine sehr große Hilfe. Noch am Anfang haben wir uns nicht viel dabei gedacht in einen Raum mit unseren Freunden die Zeit zu verbringen, miteinander zu reden und zu lachen. Aber schon bald merkten wir, dass der Weg bis hin zu unserer Konfirmation ein anderer war. Ein längerer. Nun hatten wir endlich die Möglichkeit, den christlichen Glauben besser kennenzulernen und über uns selbst mehr nachzudenken. Außerdem konnten wir nun die Taufentscheidung unserer Eltern noch einmal überdenken und besser nachvollziehen. Dafür möchten wir ihnen einmal herzlich bedanken!
Noch vor ein paar Jahren waren wir in der Grundschule und haben uns nur wenig Gedanken darüber gemacht, was später einmal in unserem Leben passieren wird. Fast jeden Tag haben wir unsere Freunde gesehen und mit ihnen zusammen gelernt was es bedeutet Verantwortung zu übernehmen. Vielleicht war es am Anfang nur der Tafeldienst, um den wir uns kümmern mussten, aber auch daraus wurden irgendwann größere Dinge. Wir hatten große Ziele vor Augen, so unsere eigene Familie zu gründen, ein Instrument zu spielen, viel Sport zu machen und viele gute Noten zu schreiben. Dabei wurden wir immer älter und mussten irgendwann lernen, mit den gesellschaftlichen Ansprüchen umzugehen. Wir haben gelernt, dass es in Ordnung ist, anders zu sein und dass man nicht immer den Idealen und Standards entsprechen muss. Wir haben gelernt, uns selbst so zu akzeptieren, wie wir sind. Denn Gott hat jeden einzelnen von uns so geschaffen, wie er uns liebt.
„Höher, schneller, weiter“, ja das hören wir oft in unserem Leben. Oftmals versuchen wir uns zu beweisen und besser zu sein als andere. Dabei vergessen wir jedoch, was wirklich im Leben wichtig ist. Das was am Ende des Tages zählt, ist, dass es denen gut geht, die wir lieben. Dass jeder von uns das Beste gegeben hat und dass wir dankbar sind für alles was wir haben. Und auch zählt es nicht, wie oft wir hingefallen sind. Wir sollten uns viel mehr dafür bewundern, wie oft wir wieder aufgestanden sind und weitergemacht haben. Deshalb sollten wir uns mehr mit den Menschen umgeben, die unseren Wert kennen und die uns dafür wertschätzen, dass wir genau so sind, wie wir sind. Auch die Bibel sagt, dass wir einander lieben und akzeptieren sollen. Es verlangt uns vielleicht viel Geduld, Vertrauen und Gelassenheit ab, aber Gott bemerkt unsere guten Taten. Lasst uns den Schwachen helfen, wenn wir stark sind und den Traurigen Freude schenken, wenn wir uns gut fühlen. Denn es kommt der Tag, an dem wir uns dasselbe wünschen.
Einmal habe ich ein Buch gelesen, da wurde gesagt, das Leben wie eine Reise mit dem Zug ist. Man steigt oft ein und aus, bei manchen Aufenthalten gibt es angenehme Überraschungen und glückliche Momente, aber auch Unfälle und Traurigkeiten. Wenn wir geboren werden und in den Zug einsteigen, treffen wir Menschen, von denen wir glauben, dass sie uns während der ganzen Reise begleiten werden. Leider ist die Wahrheit eine andere. Sie steigen irgendwann aus und lassen uns ohne ihre Freundschaft und Gesellschaft zurück. Allerdings steigen andere Personen, die für uns sehr wichtig werden, in den Zug ein. Es sind unsere Geschwister, unsere Freunde und die Menschen, die uns begegnen und die wir lieben lernen.
Manche Menschen die einsteigen, betrachten die Reise als kleinen Spaziergang. Andere finden nur Traurigkeit auf ihrer Fahrt durchs Leben. Und dann gibt es wieder andere im Zug, die immer da und bereit sind, denen zu helfen, die Hilfe brauchen. Manche hinterlassen beim Aussteigen eine immerwährende Sehnsucht. Manche stürzen uns in tiefe Not. Manche steigen ein, und wieder aus, ohne dass wir sie wirklich bemerkt haben. Es erstaunt uns, dass manche der Passagiere, die wir am liebsten haben, sich in einen anderen Wagon setzen und uns die Reise alleine machen lassen. Selbstverständlich lassen wir uns nicht davon abhalten, sie zu suchen und uns zu ihrem Wagon durchzukämpfen. Aber dann kann es sein, dass wir uns doch nicht zu ihnen setzen können, da der Platz an ihrer Seite schon belegt ist.
So ist das Leben. Voll an Herausforderungen, Träumen, Fantasien, Hoffnungen und Abschieden und wir dürfen teil daran nehmen. Lasst uns gute Passagiere sein und unsere Zugfahrt schätzen! Versuchen wir mit allen im Zug gut auszukommen, und sehen wir in jedem das Beste. Erinnern wir uns daran, dass in jedem Abschnitt der Strecke einer unserer Freunde schwanken kann und möglicherweise unser Verständnis braucht. Auch wir werden schwanken und es wird jemand dasein, der uns versteht. Das große Mysterium der Reise ist, dass wir nicht wissen, wann wir endgültig aussteigen werden und nicht einmal von denen, die direkt neben uns sitzen wissen wir wann deren Reise zu Ende ist.
Aber genau deswegen haben wir die Hoffnung, dass irgendwann der Bahnhof kommt und wir sie alle wiedersehen werden. Der Gedanken, dass wir mitgeholfen haben das Gepäck mancher Passagiere zu vermehren und die richtigen Inhalte hinein getan zu haben, gibt uns Zuversicht und macht uns Freude.
Wir hoffen, dass wir eine gute Reise haben werden und dass sich am Ende die Mühe gelohnt hat. Versuchen wir beim Aussteigen einen leeren Sitz zurück zu lassen, der schöne Erinnerungen bei den Weiterreisenden hinterlässt. Wir sollten schätzen, was wir haben und wir schauen positiv gestimmt in die Zukunft. Tun wir das für andere, was wir tun können.
Freuen wir uns auf die Zukunft denn Gott hat für jeden einzelnen von uns einen Plan. Er hat sich bei jedem einzelnen von uns etwas gedacht und aus allen Fehlern und Niederschlägen lernen wir Neues und werden stärker. Deshalb sollten wir jeden noch so kleinen Moment in unserem Leben genießen und die Dinge so annehmen, wie sie auf uns zukommen.
Modernes Glaubensbekenntnis
Ich glaube, dass diese Welt nicht durch Zufall entstanden ist. Sondern Gott, der größer ist als alle Gedanken von uns Menschen, hat sie gewollt und erhält sie am Leben.
Auch mich hat Gott gewollt, meine Persönlichkeit und meinen Verstand, meine Begabungen und meine Gefühle.
Ich glaube, dass Jesus Gottes Sohn ist und einen langen und mühsamen Weg auf sich genommen hat. Dass Jesus mit seiner Kraft viele Menschen heilte und allen Menschen geholfen hat. Dass Jesus uns zeigt, wie wir friedlich zusammen leben können.
Ich glaube an den Heiligen Geist, der Gott und Menschen verbindet, der uns an Gott erinnert und uns den Weg mit Gott zeigt wie auf einer langen Straße mit vielen Seitenstraßen.