Evangelische Kirchengemeinde Köngen
 
 
 
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20220301
 
Gebet für den Frieden
Der Angriffskrieg gegen die Ukraine macht Menschen überall auf der Welt fassungslos. Mit unserem Gebet können wir als „Protestleute gegen den Tod“ einstimmen in eine weltweite Friedensgemeinschaft. Der evangelische Kirchenbezirk ist Mitglied in der Nagelkreuzgemeinschaft.
Nagelkreuz
 
Das Nagelkreuz von Coventry ist ein christliches Symbol aus der Kathedrale von Coventry. Es soll die Idee der völkerweiten Versöhnung nach dem Zweiten Weltkrieg in die Welt hinaustragen. Die Geschichte des Nagelkreuzgedankens begann mit der „Operation Mondscheinsonate“ der deutschen Luftwaffe, dem schweren Luftangriff auf Coventry vom 14. November 1940, bei dem 550 Menschen starben und bei dem mit großen Teilen der Innenstadt sowie Industrieanlagen auch die spätmittelalterliche St. Michael‘s Kathedrale zerstört wurden. Der damalige Dompropst Richard Howard ließ bei den Aufräumarbeiten drei große Zimmermannsnägel aus dem Dachstuhl der zerstörten Kathedrale, die aus den Trümmern geborgen wurden, zu einem Kreuz zusammensetzen. Er ließ außerdem die Worte "FATHER FORGIVE" (Vater vergib) in die Chorwand der Ruine meißeln und aus zwei verkohlten Holzbalken ein großes Kreuz zusammensetzen.
Jeden Freitag um 12.00 Uhr wird in der Esslinger Stadtkirche das Versöhnungsgebet von Coventry gebetet zeitgleich im Chorraum der Ruine der alten Kathedrale in Coventry. Es kann aber auch zuhause und zu jeder Tages− und Nachtzeit von uns für die Menschen im aktuellen Krieg gebetet werden.
Alle haben gesündigt und ermangeln des Ruhmes, den sie bei Gott haben sollten. (Römer 3,23)
Darum beten wir:
Den Hass, der Rasse von Rasse trennt, Volk von Volk, Klasse von Klasse, Vater, vergib.
Das Streben der Menschen und Völker zu besitzen, was nicht ihr eigen ist, Vater, vergib.
Die Besitzgier, die die Arbeit der Menschen ausnutzt und die Erde verwüstet, Vater, vergib.
Unseren Neid auf das Wohlergehen und Glück der anderen, Vater, vergib.
Unsere mangelnde Teilnahme an der Not der Gefangenen, Heimatlosen und Flüchtlinge, Vater, vergib.
Die Gier, die Frauen, Männer und Kinder entwürdigt und an Leib und Seele missbraucht, Vater, vergib.
Den Hochmut, der uns verleitet, auf uns selbst zu vertrauen und nicht auf Gott, Vater, vergib.
Seid untereinander freundlich, herzlich und vergebet einer dem anderen, gleichwie Gott euch vergeben hat in Jesus Christus. (Epheser 4,32)
AMEN
Wladimir Putin hat mit Genehmigung des dortigen autoritären Machthabers Lukaschenko seine Armee auch über Belarus in die Ukraine einmarschieren lassen. Ein ökumenischer Zusammenschluss von Christen in Belarus erklärt:
"Wir, Priester, TheologInnen und aktive Laien der orthodoxen, römisch−katholischen, griechisch−katholischen, anglikanischen und evangelischen Kirche, verurteilen aufs Schärfste die Aggression des Putin−Regimes gegen die Ukraine. Im Namen Jesu Christi rufen wir dazu auf, den Angriff und die militärische Aggression zu stoppen!… Im Namen Jesu Christi segnen wir jeden belarussischen und russischen Soldaten, der sich weigert, an einer militärischen Aggression teilzunehmen. Christus sagte: „Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder heißen.“ Indem Alexander Lukashenko der Armee des Staates Zugang gewährte, der die militärische Aggression gegen das Brudervolk der Ukraine entfesselt hatte, verletzte er nicht nur die Verfassung der Republik Belarus, sondern auch das Gebot Christi. Der Usurpator entfesselte nicht nur Terror gegen das belarussische Volk, sondern machte es zu einem Komplizen bei Kains Sünde des Brudermordes. Der Schlag ins Herz des Brudervolkes, der aus belarussischem Territorium erfolgte, hat unser Land verunreinigt, und „das vergossene Blut wird von der Erde schreien“… Wir beten zusammen mit den Christen der Ukraine für die baldige Wiederherstellung des Friedens.
Wir beten für all die unschuldigen Menschen, die gestorben sind. Das Leben und die Würde eines jeden von ihnen sind ein unbezahlbares Geschenk Gottes. Dieses Geschenk mit Füßen zu treten ist eine Sünde vor Gott, dem Schöpfer und Vater aller Menschen. Wir rufen zum Schutz aller angegriffenen Städte und Dörfer auf… Wir rufen die weltweite christliche Gemeinschaft zu Gebet und Solidarität auf und zur Unterstützung friedensstiftender Bemühungen, um die militärische Aggression zu beenden.
Wir wenden uns an den allmächtigen Gott, den Schöpfer und Herrn der Geschichte der Völker und den Richter der menschlichen Schicksale. Herr, sende uns den Frieden Deines Reiches, in dem kein einziges Schwert gezogen wird. Segne uns, Deinen Lehren der Wahrheit, Gerechtigkeit und Liebe zu folgen. Möge Dein Heiliger Geist durch Hass verwundete Herzen heilen, den von Bosheit verdunkelten Verstand erleuchten, das Gewissen erwecken, das die Fähigkeit verloren hat, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden.
Wir beten für Frieden!"
Beten wir gemeinsam für den Frieden. Ihre Evang. Kirchengemeinde